Die Schweizer Pensionskassen konnten sich trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unruhen stabilisieren. Nach drei erfolgreichen Jahren verbesserten sie ihre Deckungsgrade bis Ende 2025 erheblich, um für schwierigere Zeiten gewappnet zu sein. Die Anlagegesellschaft Swisscanto berichtet, dass die Pensionskassen trotz des Iran-Kriegs und Energiemarktturbulenzen per Aprilende eine durchschnittliche Rendite von 1,8 Prozent erzielten.
Im Vorjahr erreichten sie eine durchschnittliche Nettorendite von 6,1 Prozent, wie die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge mitteilte. Dieser Erfolg gründete auf positiven Ergebnissen an den Aktienmärkten und der Stabilität im Anleihemarkt. Der Bericht basiert auf Daten von 1257 Kassen mit einer Bilanzsumme über 1300 Milliarden Franken.
Die gute Performance spiegelte sich in einer attraktiven Verzinsung für aktive Versicherte wider, die im Durchschnitt bei 4,33 Prozent lag. Bei einem Guthaben von 500’000 Franken entspricht dies 21‘650 Franken pro Jahr. Die Deckungsgrade stiegen bei Kassen ohne Staatsgarantie auf durchschnittlich 117,1 Prozent und lagen um 2,4 Punkte höher als im Vorjahr.
Um Verluste abzufedern, erhöhten die Pensionskassen ihre Wertschwankungsreserven. Die Zahl der Kassen in Unterdeckung sank signifikant; Ende letzten Jahres waren nur noch 12 solcher Kassen mit einem Gesamtvolumen von 0,5 Milliarden Franken unterversichert. Zudem gelang es den Pensionskassen, die Umverteilung zwischen aktiven und rentenbeziehenden Versicherten zu stabilisieren. Vera Kupper Staub, Präsidentin der Oberaufsichtskommission, erklärte: “Die berufliche Vorsorge hat sich an den demografischen Wandel angepasst.” Dies sei unter anderem durch die Senkung von Umwandlungssätzen ermöglicht worden. Für Pensionierungen in fünf Jahren liegt der Durchschnitt bei 5,17 Prozent.
Herausforderungen bleiben bestehen: Aktien bilden mit einem Anteil von 32,9 Prozent eine wesentliche Anlageklasse, was die Pensionskassen anfällig für Marktschwankungen macht. Zudem sind 32 Prozent der Gelder in wenig renditestarke Anleihen und Hypotheken angelegt. Mit 22,3 Prozent investieren sie zudem in Immobilien und 6,9 Prozent in alternative Anlagen.
Die Oberaufsichtskommission beobachtet den Sektor der Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen (SGE) genau. Diese haben an Bedeutung gewonnen, da viele Arbeitgeber die Vorsorge ihrer Mitarbeitenden auslagern. SGE streben oft niedrigere Deckungsgrade als firmeneigene Pensionskassen an, was zu Wettbewerb und Verwässerung der Reserven führen kann. Kupper Staub betonte: “Tiefere Wertschwankungsreserven reduzieren die Marktresilienz.”
Ein negativer Vorfall ereignete sich bei Tellco PK, wo Meinungsverschiedenheiten im Stiftungsrat zu einer Suspendierung führten. Die Oberaufsichtskommission reagierte mit neuen Weisungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten innerhalb der SGE.