Ein neues Phänomen erobert das Internet: Chinesische Vlogger teilen alltägliche Momente auf Plattformen wie YouTube und TikTok, die für den westlichen Zuschauer überraschend vertraut wirken. Ihre Clips zeigen banale Aktivitäten – vom Pakettragen über Geschirrspülen bis hin zum schweigenden Obstessen in einer Wohngemeinschaft. Diese scheinbar unspektakulären Aufnahmen ziehen Hunderttausende im Westen an, was sich in Kommentaren wie “Ich hätte nie gedacht, dass dein Leben Tausende Kilometer entfernt so ähnlich ist wie meines” widerspiegelt.
Trotz ihrer Popularität bleiben diese Videos selektiv: Die Vlogger nutzen VPNs, um Chinas Internet-Firewall zu umgehen und ihre Inhalte mit KI in Englisch oder Deutsch übersetzen. Politische Themen werden jedoch konsequent vermieden – aus einem berechtigten Grund. “Wer die Regierung kritisiert, riskiert Konsequenzen”, erklärt Katrin Büchenbacher, Asien-Redaktorin bei der NZZ. Die Strafen reichen von Kontolöschungen bis hin zu Gefängnisstrafen. In einer neuen Folge des Podcasts “NZZ Akzent” beleuchtet Frau Büchenbacher, welche Einsichten diese Videos über China bieten und was sie bewusst verschweigen. Alle Episoden von “NZZ Akzent” sind in dieser Übersicht zugänglich.