In der belgischen Kleinstadt Dinant hält ein Vogel die Einwohner auf Trab. Nachdem Behörden den aggressiven Mäusebussard gefangen genommen haben, befreien radikale Tierschützer ihn erneut. Die Stadt rät nun dazu, einen Regenschirm zur Verteidigung mitzuführen.
Ein Vogel verursacht Chaos: Am 23. Februar beginnt die Geschichte in Dinant, etwa 80 Kilometer südlich von Brüssel gelegen. Ein Mäusebussard greift unvermittelt Menschen an, darunter Schüler einer Grundschule. Über drei Wochen hinweg erfolgen mindestens zwei Dutzend Angriffe. Der Vogel attackiert oft von hinten und verletzt die Opfer am Hinterkopf mit blutenden Wunden.
Die Bewohner sind beunruhigt, da der «Mäusebussard von Dinant» («La buse de Dinant») nun ein gefürchteter Nachbar ist. Die Stadt, bekannt für ihre mittelalterliche Festung und als Geburtsort des Saxofon-Erfinders Adolphe Sax, gerät in den Fokus.
Die Stadtregierung agiert nicht untätig: Sie konsultiert das Zentrum Creaves zur Vogelfang. Mithilfe von Drohnen und Wärmebildkameras stellen die Experten fest, dass im Nest des Bussards keine Eier sind – es scheint ein Einzeltäter zu sein. Am 14. März wird der Stadt eine Sondergenehmigung zur Vogelfang erteilt, was in den sozialen Medien kontrovers diskutiert wird.
Trotz eines erfolgreichen Fanges am 26. März entkommt der Vogel in der dritten Nacht aus dem Käfig. Creaves reicht daraufhin eine Strafanzeige ein, bleibt jedoch ratlos bezüglich der Identität der Täter. Der Bussard erreicht schnell sein gewohntes Jagdgebiet und setzt die Angriffe fort.
Ein Rentner namens Régis berichtet dem Sender RTBF von blutüberströmten Verletzungen und zeigt seine Narben. Ein Jogger dokumentiert einen Angriff auf Video. Creaves-Ornithologen vermuten, dass der Bussard in Gefangenschaft aufgewachsen ist und sich an menschliches Futter gewöhnt hat.
Die Stadt organisiert eine erneute Fahndung nach dem Mäusebussard, wobei die Jagd diesmal schwieriger erscheint. Behörden empfehlen den Bürgern, einen geöffneten Regenschirm unter freiem Himmel mitzuführen. Einige Privatpersonen versuchen, den Vogel selbst zu fangen und ziehen Überlegungen in Betracht, ihn einem Zoo zu übergeben oder weit von Dinant auszusetzen.