Angesichts des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Notfallausschuss einberufen, wie WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mitteilte. Der Ausschuss aus unabhängigen Experten wird am Nachmittag Empfehlungen darüber formulieren, wie auf den Ausbruch reagiert werden soll. Bereits zuvor hatte Tedros eine internationale Notlage erklärt.
Im Kongo wurde die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus identifiziert. Laut den jüngsten Daten gibt es 131 vermutete Todesfälle und 513 Verdachtsfälle auf Ebola. Die WHO betonte, dass gegen diese Virusvariante weder ein zugelassener Impfstoff noch eine Behandlung existieren.
Normalerweise wird der Ausschuss berufen, sobald eine Bedrohung in Sicht ist. Üblicherweise wartet die WHO darauf, den Rat des Gremiums zur Erklärung einer Notlage zu erhalten. Diesmal war Tedros jedoch ohne den Rat des Ausschusses gehandelt worden – ein Novum für ihn, wie es von der WHO hervorgehoben wurde.
Dieser Schritt sei notwendig gewesen, da er die Lage als besonders dringlich ansah und nicht zögern wollte. Ein Sprecher der WHO in Genf erklärte, dass das Ausrufen einer Notlage nicht Panik auslösen solle, sondern Länder über ein akutes Problem informieren und die Zusammenarbeit fördern soll.