Die geplanten Leerkündigungen im Hertizentrum bleiben ein diskutiertes Thema in Zuger politischen Kreisen. Der Stadtrat begrüßt, dass das Sanierungsprojekt nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt wird.
Fragestellungen der ALG-CSP und SP zielten darauf ab, von den Plänen zu erfahren, die bis zu 68 Mietparteien im Hertizentrum 2 bis 5 betroffen hätten. Ursprünglich sollten diese Parteien im April 2028 ausziehen, doch die Zuger Pensionskasse und die WWZ AG zogen ihre Pläne im Februar zurück.
Die politischen Parteien äußerten Bedenken darüber, ob viele der aktuellen Mieterinnen und Mieter nach der Sanierung den Mietpreisen standhalten könnten. Der Stadtrat erklärte in seiner Antwort die Hintergründe der ursprünglichen Leerkündigungspläne. André Wicki und Urs Raschl, die Stadtratsvertreter im WWZ-Verwaltungsrat, hatten sich gegen eine vollständige Kündigung aller Mietverhältnisse ausgesprochen. Sie argumentierten, dass dies soziale Folgen nach sich ziehen würde und nur mit sorgfältiger Vorbereitung sowie transparenter Kommunikation umsetzbar sei, fanden jedoch keine Mehrheit im Gremium.
Die WWZ gab an, aktuell 20 Wohnungen in ihrem Hertizentrum-Block zu verwalten. Nach der Sanierung und Aufstockung sollten 34 neue Wohnungen entstehen, die sowohl für Einzelpersonen als auch Familien bezahlbar sein würden. Es wurden jedoch keine Details über etwaige alternative Pläne bekannt gegeben.
Die Begründung von WWZ und Stadtrat für eine Sanierung bei «temporärer Entmietung» lag in der Geschwindigkeit und den reduzierten Bauarbeiten, die dadurch entstünden. Soziale Massnahmen hätten Ersatzwohnungen, Umzugshilfen und Mietzinsreduktionen umfasst, wobei der Mietzins maximal ein Drittel des Haushaltseinkommens betragen sollte. Zudem seien 500 weitere Wohnungen im Baukonsortium sowie geplante 180 Einheiten ab 2028 zur Verfügung gestanden.
Trotz dieser Pläne wird das Projekt nun in der bisherigen Form nicht mehr durchgeführt, wie sowohl die WWZ als auch der Stadtrat bestätigten. Der Stadtrat unterstrich seine Unterstützung für die Entscheidung, auf Leerkündigungen zu verzichten und die Bedürfnisse der Bewohnerinnen ernst zu nehmen.
Der Stadtrat betonte jedoch die zunehmende Schwierigkeit sinnvoller Sanierungsvorhaben in Zuger Wohngebieten. Er appellierte an alle Beteiligten, sozial verträgliche Lösungen zu finden, die gleichzeitig zusätzlichen Wohnraum schaffen können, und bot aktive Unterstützung der Stadt dazu an.