Im April 2024 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, Cannabis teilweise zu legalisieren. Eine aktuelle Studie analysiert nun die Auswirkungen dieser Entscheidung und zeigt gemischte Ergebnisse auf.
Bereits im Vorfeld des Gesetzes gab es scharfe Kritik von Unionspolitikern, die das Vorhaben der damaligen Ampelkoalition als «kompletten Kontrollverlust» bezeichneten. Trotzdem wurde am 1. April 2024 die Teillegalisierung umgesetzt, stark unterstützt durch den Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der einen Richtungswechsel in der Drogenpolitik für erforderlich hielt.
Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes liegt nun eine Zwischenbilanz vor. Der Bericht, verfasst von Wissenschaftlern deutscher Universitäten und Kliniken, ist der zweite vorgesehene Bericht dieser Art; der erste erschien bereits im September 2025. Ein abschließender Bericht soll bis zum Jahr 2028 vorliegen.
Die Studie zeigt auf, dass die Befürchtungen eines massiven Anstiegs des Cannabiskonsums nicht eingetreten sind. Dennoch hat sich der Schwarzmarkt auch nach der Legalisierung nicht zurückgebildet. Seit April 2024 dürfen Personen ab 18 Jahren bis zu 25 Gramm Cannabis besitzen, während Mengen darüber als Ordnungswidrigkeit oder Straftat gewertet werden. Für den Eigenanbau sind bis zu drei Hanfpflanzen sowie der Besitz von bis zu 50 Gramm Cannabis gestattet.
Ein zentraler Bestandteil des Gesetzes waren sogenannte Anbauvereinigungen, in denen Mitglieder gemeinsam Cannabis anbauen und konsumieren dürfen. Die Studie zeigt jedoch, dass die Zahl dieser Vereinigungen bis Oktober 2025 gering blieb, was auf bürokratische Hindernisse zurückzuführen ist.
Durch diese geringe Anzahl haben nur 3,5 Prozent der Konsumenten im Jahr 2025 ihr Cannabis aus einer solchen Vereinigung bezogen. Der Schwarzmarkt bleibt daher weiterhin eine relevante Quelle für den Konsum. Die Studie zeigt zudem, dass sich der Cannabiskonsum insgesamt kaum verändert hat, während die Nutzung bei Jugendlichen sogar rückläufig ist.
Die Effekte auf den Schwarzmarkt sind uneinheitlich. Sicherheitsbehörden haben 2025 eine Rekordmenge an Cannabis sichergestellt und die Menge im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht, während Aktivitäten auf dem Schwarzmarkt weiterhin zu verzeichnen sind.
Politische Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Linda Heitmann von den Grünen lobt die Teillegalisierung, da sie zur Entlastung des Staates und einer Verringerung der Kriminalität beigetragen hat. Alexander Dobrindt (CSU) hingegen sieht das Gesetz als gescheitert an, während Sucht- und Drogenbeauftragter Hendrik Streeck auf die Notwendigkeit hinweist, Fehler zu korrigieren.
Im politischen Berlin wird derzeit eine Novelle des Cannabis-Gesetzes diskutiert, die im Koalitionsvertrag als «ergebnisoffene» Prüfung vereinbart wurde.