Rapperswil-Jona, 23.04.2026 – 14:20
Die Veröffentlichung von alten Facebook-Nachrichten hat dem SRF-Mitarbeiter Pascal Schmitz Schwierigkeiten bereitet. Ein Experte erklärt die gesellschaftliche Wahrnehmung des Vergessens.
Schmitz geriet ins Zentrum der Aufmerksamkeit durch seine Enthüllungen über Patrick Fischer, den früheren Eishockey-Nationaltrainer und dessen Zertifikatsfälschung. Nachdem alte Posts von Schmitz an die Öffentlichkeit gelangt waren, trat er als Stadion-Speaker der Rapperswil-Jona Lakers zurück.
Die „Weltwoche“ berichtete über rassistische und sexistische Äusserungen sowie Mordfantasien in den 15 Jahre alten Posts. Schmitz löschte diese Beiträge und entschuldigte sich bei allen Betroffenen. Trotz der Entfernung sieht sich SRF gezwungen, ihn vorübergehend von Auftritten im Fernsehen auszuschliessen.
Der Medienexperte Andreas Fahr meint, dass die Gesellschaft nicht an einem rein zeitlichen Maßstab des Vergessens orientiert ist. Entscheidend sei vielmehr der Umgang mit den Fehlern und deren Offenlegung. Eine langfristige Kommunikationsstrategie könne helfen, Vertrauen wiederherzustellen.
Diese Situation hat auch Auswirkungen auf die öffentliche Diskussion in sozialen Medien. Viele fragen sich nun, wie vorsichtig sie ihre Meinungen künftig äußern sollten. Die Enthüllungen der Zertifikatsfälschung durch Schmitz führten zu einer Verurteilung und Entlassung Fischers.
Schmitz hatte die Informationen während eines Dreharbeitsessen erhalten, in dem Fischer eingestand, ein Impfzertifikat gefälscht zu haben. Diese Enthüllungen lösten landesweit Diskussionen aus.