Eine Nichtregierungsorganisation (NGO) meldet, dass weltweit in den letzten Monaten 27 Journalistinnen und Journalisten umgekommen sind. Nach Angaben der NGO Presse Emblème Campagne (PEC), die ihren Sitz in Genf hat, gehen von diesen Todesfällen 16 auf israelische Handlungen zurück, was mögliche Kriegsverbrechen impliziert.
Die Organisation gab diese Informationen am Freitag bekannt, zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Pressefreiheit. Auch nach den Rekordzahlen an getöteten Medienschaffenden seit 2023 aufgrund diverser großer Konflikte bleibt die Zahl hoch.
Im Libanon wurden neun Journalisten getötet, im Gazastreifen sechs, sowie je einer im Iran und in Syrien. Laut PEC-Präsident Blaise Lempen kamen alle Opfer mit Ausnahme eines Falles durch israelische Schüsse ums Leben. Er bezeichnete diese Taten als «inakzeptabel» und sprach von gezielten Morden, die eindeutig Kriegsverbrechen seien.
Israel rechtfertigt die Todesfälle mit dem Vorwurf der Zugehörigkeit der Getöteten zur Hamas oder Hisbollah. Gemäß internationalen Rechtsnormen dürften solche Personen jedoch nur dann gezielt getötet werden, wenn sie aktiv kämpfen.
Die NGO kritisiert zudem die Straflosigkeit für Verantwortliche und das Fehlen einer Reaktion seitens der internationalen Gemeinschaft. Zusätzlich weist die Organisation darauf hin, dass in diesem Jahr auch in weiteren sieben Ländern außerhalb des Nahen und Mittleren Ostens Medienschaffende getötet wurden.