Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF) feiert ihren fünfzigsten Geburtstag. Das Jubiläum wird mit einer Feier im Berner Kulturlokal Progr begangen, bei der SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ein Grusswort halten und EKF-Präsidentin Cesla Amarelle, eine weitere SP-Politikerin, sowie die Doppelspitze des Gleichstellungsbüros sprechen werden. Eine Geschlechterforscherin und eine auf Genderfragen spezialisierte Anwältin aus dem Uno-Ausschuss gegen Frauendiskriminierung sind ebenfalls geladen. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Vergabe eines Preises an eine Persönlichkeit aus der Gleichstellungspolitik, gefolgt von einer Performance der Zürcher Rapperin Big Zis, deren Album laut Tamedia als “Rundumschau der linken, queeren Musikerinnenszene” gilt.
Die EKF wurde 1976 vom Bundesrat ins Leben gerufen, um in Frauenfragen zu beraten. Zu einer Zeit, als die politische und soziale Öffnung nur zögerlich voranschritt und der Bundesrat rein männlich war, benötigte man Unterstützung in Sachen Frauenpolitik. Heute jedoch stellt sich die Frage, weshalb der Bundesrat noch auf eine externe Frauenkommission angewiesen ist. Die EKF sieht sich dennoch als maßgebliche Stimme im Kampf gegen “antifeministischen Backlash”.
Obwohl die Kommission vom Bund finanziert und somit überparteilich sein soll, wirken ihre Empfehlungen häufig parteilich: Gegen die Erhöhung des Rentenalters auf 65 Jahre, für eine bezahlte Elternzeit von je 18 Wochen pro Elternteil und höhere Frauenquoten in Führungspositionen. Auch Vertreter aus Arbeitgeber- und Gewerbeverbänden sind dabei, scheinen jedoch keine wirtschaftliche Perspektive einzubringen.
Die EKF setzt auf Vernetzung mit internationalen Partnern wie der jungen Nationalen Menschenrechtsinstitution, um die Schweiz zur finanziellen Unterstützung des Frauenthemas zu bewegen. Dies zeigt ihr Engagement in einem global agierenden NGO-Netzwerk.
Kritiker bemängeln eine Vereinnahmung der Gleichstellungspolitik durch linke Akteure, was sich auch bei anderen Organisationen wie Alliance F oder der Frauensession im Bundeshaus zeige. Diese Entwicklung wird von bürgerlichen Frauen als Abkehr von den ursprünglich liberalen Prinzipien der Selbstbefähigung und Eigenverantwortung empfunden.
In diesem Zusammenhang werden Pionierinnen wie Marthe Gosteli, die den Weg zum Frauenstimmrecht ebnete, sowie Judith Stamm, eine CVP-Politikerin, postum geehrt. Letztere wird mit einem nach ihr benannten Platz in Luzern gewürdigt.