Hollywoods Elite versammelte sich zur Einweihung des größten Museums in Los Angeles. Stars wie Tom Hanks, Alicia Keys und Heidi Klum waren anwesend, ebenso Ex-Google-CEO Eric Schmidt. Trotz einiger Unkenntnis über Peter Zumthors Bekanntheitsgrad – “Who?” war eine häufige Reaktion auf den Namen «Soom-thor» – stand er im Mittelpunkt des Abends als Architekt des außergewöhnlichen Gebäudes. Dieses entstand nach jahrelangen Diskussionen der Anwohner und ist ein bemerkenswertes, sich ausbreitendes Bauwerk auf einem Stockwerk mit zehn Metern Höhe, das an einen amöbenartigen oder pilzförmigen “Blob” erinnert. Bekannt für seine Boutique-Designs, betont Zumthor die Beständigkeit seines Betonbaus in der vergänglichen Stadt Los Angeles.
Das Gebäude besteht aus zwei großen Platten mit einem Fensterband dazwischen und bietet eine 360-Grad-Panoramasicht dank des Wunsches von Museumsdirektor Michael Govan nach viel Licht. Im Inneren sorgen Galerieräume für Struktur; die Besucher bewegen sich entlang der Fenster, um Kunstwerke zu bestaunen und bei Bedarf in intime, halbdunkle Räumlichkeiten abzutauchen.
Zumthors Verwendung von Schweizer Farben bringt Lebendigkeit in den ansonsten massiven Beton. Seine Architektur zeichnet sich durch haptische Elemente aus, die er persönlich auswählt und fertigt. Die Zusammenarbeit mit Govan begann vor zwei Jahrzehnten ohne Wettbewerb.
Das LACMA verfolgt ein enzyklopädisches Konzept vergleichbar mit dem Metropolitan Museum oder dem Louvre. Es soll Kunstwerke auf einer Ebene mischen und somit die Weltkunstgeschichte auf einem Stockwerk erlebbar machen. Der erste Entwurf von Zumthor trug den Namen “Black Flower” in Anlehnung an nahegelegene Asphaltseen, wurde jedoch nach Kritik der Nachbarn reduziert. Das endgültige Design spannt sich wie eine Brücke über den Wilshire Boulevard und bietet einzigartige Blickachsen – ein mutiges Experiment, das die Museumserfahrung neu definiert.