Derzeit herrscht auf dem Bodensee ein Streit zwischen der deutschen und der schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft, wobei die Politik versucht, eine Lösung zu finden. Obwohl Harmonie in der Region üblich ist, kommt es aktuell zu Auseinandersetzungen zwischen den Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) aus Deutschland und der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS).
Reisende, die mit dem schweizerischen Schifffahrtsunternehmen nach Konstanz möchten, sind seit Jahresbeginn enttäuscht. Benno Gmür, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der SBS, äußerte sich gegenüber der “Thurgauer Zeitung”: “Die BSB wollten nie, dass wir in Konstanz anlegen. Jetzt haben sie gewonnen.” Dies sei die Reaktion des deutschen Unternehmens auf die Kündigung einer Vereinbarung, die bis 2023 bestand und den kostenfreien Transport von Passagieren zwischen beiden Unternehmen vorsah.
“Wir haben viel mehr BSB-Passagiere gratis befördert als umgekehrt. Das Ungleichgewicht war zu groß”, erklärt Gmür gegenüber der “NZZ” und begründet damit die Kündigung des Vertrages.
Auch Passagiere von der anderen Seite verstehen den Schritt, wie Monika Sonntag aus Hegnau berichtet: “Es kann nicht sein, dass SBS mit deutschen Tickets fährt, ohne etwas dafür zu erhalten.”
Ein weiteres Streitthema ist das “See-Pass”, ein gemeinsames Angebot von BSB und der österreichischen “Vorarlberg Lines” im Vorjahr, initiiert ohne Wissen der Schweizer.
Auch die Deutschen beschweren sich über die Schweiz bezüglich der Autofähre “Eurega”, die nach ihrer Übernahme durch SBS als Partyschiff genutzt wird, anstatt gastronomisch, was BSB als Vertragsverletzung ansieht. Der schweizerische SBS-Chef sieht jedoch in den Vorwürfen übertriebene Kindereien.
Eine Arbeitsgruppe aus Parlamentariern der Anrainerstaaten soll den Konflikt lösen. Nach einem ersten Treffen im Februar sollen bis Ende Mai erste Maßnahmen folgen. René Walther, Stadtpräsident von Arbon TG und Mitglied der Arbeitsgruppe, betont gegenüber SRF: “Unser Ziel ist es, die vier Gesellschaften am Bodensee an einen Tisch zu bringen und gemeinsam Verbesserungen herbeizuführen.”
Die Gruppe will den Kern der Probleme identifizieren und darauf basierend Lösungen entwickeln.