Ein charakteristischer Modestil hat Königin Elizabeth II. schon lange vor dessen Bekanntheit in der Modebranche geprägt – der sogenannte «trademark look». Dieser umfasst kräftige Mantelkleider, passende Hüte, Handschuhe, Broschen, Perlenketten und schwarze Handtaschen. Ihr erkennbares Erscheinungsbild wird durch diese Elemente verstärkt, während die Position ihrer Handtasche als Signal für ihr Personal dient.
Ihre Werte von Beständigkeit und Vorhersehbarkeit leiten sich von ihrem Urgroßvater König George V. ab, der Bescheidenheit, Demut und Pflichtgefühl als Grundpfeiler der britischen Monarchie betrachtete. Die Privilegien des Adels sollten nach seiner Ansicht dem Wohl des Volkes dienen.
Die Krise der Monarchie manifestiert sich 1936, als Edward VIII. die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten möchte und somit auf das Königreich verzichtet. Elizabeths Vater wird neuer König, als Elizabeth gerade zehn Jahre alt ist.
Elizabeths Mutter fördert frühzeitig die Medienpräsenz ihrer Töchter. Kurz nach Elizabeths Geburt am 21. April 1926 wird sie zum weltweit bekanntesten Baby. Sie erscheint auf Titelseiten und in Büchern wie «Our Princesses and their Dogs», deren Fotos aus privaten Familienalben stammen.
Mit 14 Jahren spricht Elizabeth 1940 im Radio Kinder an, die wegen der Luftschlacht um England bei Gastfamilien sind. Sie wünscht ihnen eine gute Nacht und viel Glück.
Während des Krieges macht sich die junge Prinzessin als Automechanikerin nützlich und lernt Lastwagen zu fahren, um zum britischen Kriegseinsatz beizutragen.
1947 heiratet Elizabeth Prinz Philip von Griechenland und Dänemark. Als sie 1952 im kenianischen Urlaub die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, tritt sie in eine neue Rolle ein.
Am 2. Juni 1953 wird Elizabeth in der Westminster Abbey gekrönt, mit einer weltweiten Fernsehübertragung von 300 Millionen Menschen. In ihrer 70-jährigen Amtszeit nimmt sie oft Vorreiterrollen wahr und steht unter Erwartungen, die sich von traditionellen Geschlechterrollen lösen.
Sie ernennt Premierminister, eröffnet das Parlament und bleibt politisch neutral. Dennoch sind ihre Signale von Bedeutung: So erscheint sie nach dem Brexit-Entscheid 2017 in einem blau-gelben Hut als EU-Nachruf und zeigt eine Obama-Brosche beim Treffen mit Donald Trump.
Elizabeth erlebt 15 Premierminister, trifft 13 US-Präsidenten, besucht 110 Länder und umkreist die Erde 42 Mal. Ihr Motto lautet «Never complain, never explain» – ein Schutzschild auch während des «annus horribilis» von 1992 mit familiären Krisen.
Trotz Kritik an ihrer Rolle als Mutter und der Wahrung kolonialer Vergangenheit bleibt sie distanziert. Ihre humorvolle Seite zeigt sich 2012 bei den Olympischen Spielen, als James Bond sie abholt. Dies demonstriert ihre Fähigkeit, nach harten Zeiten Hoffnung zu vermitteln.