In der Vergangenheit waren einfache Schokoladenspiele und Versteckspiele bei Kindergeburtstagsfeiern die Regel. Heute nehmen diese Veranstaltungen jedoch ganz neue Dimensionen an, wie ein Beispiel aus Lausanne zeigt: Für einen achtjährigen Jungen wurden rund 10’000 Franken ausgegeben für eine Hüpfburg, zwei Chalets, verkleidete Animatoren, Schatzsuche, Mini-Disco und ein Lasergame. Laut Nicolas Edouard von “Kids Trip Swiss” sei dies zwar ein besonders teurer Fall, doch der Durchschnitt liegt bei 400 bis 500 Franken pro Geburtstagsfeier. Der Sozialdruck unter Eltern, ihren Kindern etwas Besonderes bieten zu müssen, ist laut einer Mutter gegenüber einem Fernsehsender ein wesentlicher Grund für die steigenden Kosten. Auch Beatrice Prandini von Kinder-Event.ch sieht eine Kompensation der während der Corona-Zeit erlittenen Entbehrungen als Ursache. Für rund zehn Kinder und eine Animatorin werden 450 bis 600 Franken benötigt, wobei zusätzliche Attraktionen wie ein Zauberer nicht inbegriffen sind. Ein weiteres Muss: das Gastgeschenk. Laut Prandini genügt es heute nicht mehr mit Schokolade und Süßigkeiten – stattdessen werden beispielsweise auch Stifte, gerahmte Fotos oder selbst gebastelte Geschenke erwartet, was mindestens 100 Franken kostet. Diese Ausgaben stellen eine große finanzielle Belastung dar, insbesondere für Familien mit begrenzten Mitteln, wie Philipp Frei von der Budgetberatung Schweiz hervorhebt. Vor allem das Gefühl, sein Kind enttäuschen zu müssen, belaste viele Eltern.