Julian Amrein berichtet, dass in Luzern zahlreiche Bewohner von günstigen Wohnungen vor der Zwangsräumung stehen. Die Eigentümerin, die Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum (GSW Luzern), hat den Mietvertrag gekündigt und fordert bis spätestens September den Auszug der Mieter.
Ein Umzugswagen steht vor dem Gebäude am Grimselweg 11 in Luzern, wo ein Mann Möbelstücke einlädt. Die Wohnungen wirken verlassen, da die meisten Storen heruntergelassen sind. Ursache ist die Entscheidung der GSW Luzern, das Haus aus dem Jahr 1976 zu sanieren, da Innenausbau und Infrastruktur veraltet seien und energetische Mängel vorliegen.
Die Stiftung hatte versprochen, leerstehende Wohnungen während der Sanierung zur Zwischennutzung anzubieten. Doch laut Aussagen im Quartier sind diese nicht belegt. Pius Adler, Geschäftsführer der GSW Luzern, widerspricht und behauptet, dass von 84 Wohnungen aktuell 51 unbewohnt seien, wobei viele für Personen in Notlagen zur Verfügung gestellt werden.
Adler erklärt, dass die Stiftung vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten am 1. Oktober keine weiteren Zwischennutzungen vorsieht und einige Wohnungen aufgrund ihres schlechten Zustands nicht mehr genutzt werden können. Die Strategie zur Zwischennutzung habe sich nicht geändert, so Adler.
Die GSW Luzern steht in der Kritik, da sie zuvor versprochen hatte, den rund 50 Mietern mit Wohnungsnot beim Finden einer neuen Bleibe zu helfen und erst nach deren Umzug die Sanierung zu beginnen. Die Stiftung hat jedoch vorzeitig gekündigt, was bei einigen Mietern auf Unmut stößt.
Laut Adler befinden sich rund 18 Parteien noch immer ohne Wohnung, wobei vier bereits eine Nachfolgelösung gefunden haben und die verbleibenden aktiv unterstützt werden. Die sozialen Dienste Luzern helfen sieben weiteren Mietern. Nach der Sanierung soll der Mietzins niedrig bleiben, um auch einkommensschwache Menschen wieder einziehen zu lassen.
Quellen: Austausch mit Pius Adler, Geschäftsführer GSW; Medienmitteilung der Stiftung vom Mai 2024