Von August bis Dezember 2025 waren Schweizer Importe in die USA mit einem 39-prozentigen Zoll belastet, was durch eine Entscheidung des US-Supreme Courts als rechtswidrig eingestuft wurde. Nun können Unternehmen die zu viel gezahlten Zölle zurückfordern. SRF-Wirtschaftsredaktor Damian Rast erläutert den Prozess.
Damian Rast, seit 2013 bei Radio SRF tätig, hat verschiedene redaktionelle Positionen innegehabt und ist nun Wirtschaftsredakteur. Seit vier Tagen ist die Rückforderung möglich, doch viele Schweizer Firmen möchten sich noch nicht äußern. Die meisten gehen jedoch optimistisch davon aus, dass sie das Geld zurückbekommen, da der US-Rechtsstaat auch nach Trumps Präsidentschaft funktioniert. Victorinox beispielsweise hofft auf eine Rückzahlung von 3,8 Millionen Dollar.
Ab dem 1. August 2025 führte Donald Trump Zölle in Höhe von 39 Prozent für Schweizer Importe ein. Im Dezember desselben Jahres einigten sich der Bundesrat und die US-Regierung darauf, diese auf 15 Prozent zu senken. Die Details dieses Handelsabkommens werden aktuell ausgehandelt.
Im Februar 2026 stellte der Supreme Court fest, dass die Trump-Administration eine nicht anwendbare gesetzliche Grundlage für diese Zölle genutzt hatte, weshalb die Einnahmen als illegal gelten und zurückgezahlt werden müssen. Unternehmen müssen dem US-Zollamt detaillierte Listen ihrer Importe vorlegen. Die Rückerstattung erfolgt dann an den US-Importeur, wie etwa eine Tochtergesellschaft des Schweizer Unternehmens in Amerika.
Stabile Zollsätze sind für Firmen wichtig, um Preise festzulegen und Exportverträge zu schließen. Das aktuelle bilaterale Handelsabkommen soll Stabilität bringen, doch seine Wirksamkeit bleibt abzuwarten. Einige Unternehmen erwägen Produktionsstätten in den USA – eine Absicht von Trump selbst. Kleinere Firmen suchen alternative Märkte jenseits der USA. Flexibilität bleibt für Exportunternehmen essenziell.
Rendez-vous, 23.4.2026, 12:30 Uhr