Nach dem Ableben des brutal bekannten Kartellführers Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, besser bekannt als «El Mencho», an einem Feuergefecht am 22. Februar nahe Tapalpa, wird das mexikanische Drogenkartell CJNG nun von Juan Carlos Valencia González angeführt. Der 41-Jährige, geboren in Kalifornien, ist der Stiefsohn des verstorbenen Anführers und wurde durch den Verlust von «El Mencho» schnell als neuer Kopf des mächtigsten Kartells Mexikos identifiziert, wie das “Wall Street Journal” berichtet. Trotz Vorhersagen über drohende brutale Machtkämpfe blieben diese aus, was möglicherweise die Vermeidung einer Gewaltwelle ermöglichte.
Valencia González ist in den USA kein Unbekannter; dort wurde ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Die amerikanische Drug Enforcement Administration (DEA) wirft ihm unter anderem vor, für die Produktion und Verteilung großer Mengen Drogen verantwortlich zu sein sowie zahlreiche Gewaltverbrechen organisiert zu haben. Seine Aufstieg zum Anführer des CJNG ist auch dem Umstand geschuldet, dass der älteste leibliche Sohn von «El Mencho», Rubén Oseguera González, nach einer Auslieferung an die USA 2025 lebenslänglich verurteilt wurde.
Wichtige Kartellmitglieder wie Audias “El Jardinero” Flores entschieden sich gegen den Kampf um die Führung. Rosalinda González Valencia, Mutter von Juan Carlos und Ehefrau des verstorbenen Anführers, soll für die Finanzen des CJNG zuständig gewesen sein. Valencia González selbst war an der militärischen Ausbildung von Spezialeinheiten im Kartell beteiligt.
Seine Verbindungen zu den USA könnten seine Strafverfolgung erschweren, da für die Datenbeschaffung umständlichere Genehmigungsprozeduren erforderlich wären. Die Fähigkeit Mexikos, ihn zu verfolgen, bleibt ungewiss; Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte den Zugriff auf «El Mencho» erst nach starkem Druck der USA genehmigt.