Ein spezielles Granitrandstein-System, bekannt als das «Zürich-Bord», steht im Mittelpunkt eines satirischen Kunstprojekts des Fotokünstlers Sam V. Furrer. Ursprünglich für ein verbessertes Behinderten-Zugangssystem entwickelt, hat sich dieses Projekt zu einer Kritik an der sogenannten «Zürich-Finish»-Politik entwickelt – eine Praxis der übertriebenen, teuren Lösungen in Zürich.
Furrers Fotobroschüre «Randsteinkult» ist eine Realsatire, die mit Bildern und Texten arbeitet. Sie beleuchtet, wie Randsteine an Haltestellen zu einem Symbol für verschwenderische Ausgaben geworden sind. Der Künstler, der sich als unabhängiger Steuerzahler bezeichnet, findet diese luxuriösen Steine bei einem Spaziergang durch Zürich visuell ansprechend und zugleich absurd.
Die Entwicklung des «Zürich-Bords» begann vor über zehn Jahren. Anstelle eines Standard-Systems wurde ein aufwändiges Design entwickelt, das zu 24 verschiedenen Varianten führte. Für Furrer sind diese Randsteine Kunstwerke, die mit ihrer exquisiten Gestaltung und Materialwahl beeindrucken.
Die Stadt Zürich rechtfertigt die Entwicklung des «Zürich-Bords» mit einer verbesserten taktilen Erkennbarkeit und erhöhtem Komfort. Die Kosten pro Meter belaufen sich auf 290 bis 420 Franken, während ein externes Designstudio 40 000 Franken verdiente. Von den insgesamt geplanten 12.700 Metern sind bereits 8100 verlegt.
Die Regierung sieht in ihrem Produkt keinen Änderungsbedarf und betont dessen Erfolg. Furrer hingegen kritisiert das mangelnde Kostenbewusstsein der Stadtverwaltung. Sein Projekt hat nun die politische Aufmerksamkeit erregt: Politiker von FDP, SVP und Mitte haben sich auf sein Werk berufen.
Das Kunstprojekt wird in einer Ausstellung präsentiert, die am 30. April um 18 Uhr 30 in der Galerie Trittli-Gasse beginnt. Dort sind weitere Arbeiten Furrers zu sehen bis zum 10. Mai.