Ein gesichertes Gehalt bietet keinen Schutz vor Geldnöten. Auch Menschen aus mittleren Einkommensschichten haben Schwierigkeiten, unvorhergesehene Ausgaben zu decken. Dies geht aus Daten des Bundesamtes für Statistik hervor.
Der Mittelstand stellt die ökonomische Säule eines Landes dar. Sein Wohlstand ist ein Indikator für eine robuste Wirtschaft und stabile soziale sowie politische Verhältnisse. In der Schweiz blieb der Anteil der Bevölkerung, der dem Mittelstand zugeordnet werden kann, in den letzten drei Jahrzehnten weitgehend konstant, wie die neuesten Statistiken des Bundesamtes für Statistik zeigen.
Im Jahr 2023 gehörte 55 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz zum Mittelstand. Dieser umfasst Einzelpersonen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 4228 und 9061 Franken oder Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren, die ein Einkommen zwischen 8880 und 19 028 Franken erzielen. Das Bundesamt für Statistik differenziert den Mittelstand in eine untere und obere Gruppe, wobei die Grenze im Jahr 2023 bei einem Bruttoeinkommen von 6041 (Alleinlebende) bzw. 12 685 Franken (Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren) lag.
Vor allem der untere Mittelstand steht häufig vor finanziellen Herausforderungen. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik waren im Jahr 2024 ein Viertel dieser Gruppe in Haushalten, die nicht über die Mittel verfügten, eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken zu bezahlen. In der oberen Mittelschicht lag dieser Anteil bei etwa 11 Prozent. Etwa 14 Prozent der unteren und 6 Prozent der oberen Mitte empfanden es als schwierig bis sehr schwierig, bis zum Monatsende finanziell auszukommen.
Die Wohnkosten stellen eine erhebliche Belastung für Teile des unteren Mittelstands dar. Im Jahr 2024 machten sie bei rund 11 Prozent dieser Gruppe mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens aus. In der oberen Mitte betrug dieser Anteil nur 3,5 Prozent.
Interessanterweise ist das Problem ungedeckter Rechnungen im unteren Mittelstand nicht häufiger verbreitet als in der oberen Mitte. Im Jahr 2024 lebten etwa 9 Prozent des unteren Mittelstands in Haushalten mit mindestens zwei Arten von Zahlungsrückständen, wie Steuerforderungen, Krankenkassenprämien oder Hypothekarzinsen. Bei der oberen Mitte betrug dieser Anteil knapp 7 Prozent.
Auch Urlaubsreisen müssen für Teile des Mittelstands oft entfallen. Während fast 11 Prozent der unteren Mitte aus finanziellen Gründen nicht in die Ferien konnten, traf dies auf nur 3,1 Prozent der oberen Mitte zu. Entsprechend ähnlich sind die Zufriedenheitswerte: 11 Prozent des unteren Mittelstands zeigen sich (eher) unzufrieden mit ihrer finanziellen Situation; im oberen Mittelstand betrifft dies knapp 4 Prozent.
Der Bevölkerungsanteil am Mittelstand hat sich seit Beginn der Erhebung im Jahr 1998 kaum verändert. Der größte Anteil wurde 2009 mit 61 Prozent gemessen, der kleinste 2018 mit etwa 54 Prozent. Über den gesamten Zeitraum hinweg ist jedoch keine signifikante Verschiebung innerhalb der mittleren Einkommensklasse zu beobachten, wie das Bundesamt für Statistik feststellt.