Autorin: Hana Fink
Die Ermittlungen zu Patrick Fischers gefälschtem Covid-Zertifikat nahmen ihren Anfang nicht in Luzern, sondern im Kanton Graubünden. Laut neuem Bericht entdeckte die Justiz den früheren Nationaltrainer durch ihre Untersuchung einer kriminellen Organisation, die während der Pandemie Impftermine arrangierte und gefälschte Zertifikate verteilte.
Da Fischer im Kanton Luzern ansässig ist, wurde das Verfahren letztlich von dort weiterverfolgt. Die Staatsanwaltschaft Luzern verurteilte den ehemaligen Eishockeytrainer mit einem Strafbefehl wegen Urkundenfälschung (zentralplus berichtete über Patrick Fischer). Die Begründung für die spätere Weitergabe dieses Strafbefehls an einen Journalisten von «SRF» erläutert die Staatsanwaltschaft gegenüber «Klein Report».
Die Behörde verweist auf den Grundsatz der Justizöffentlichkeit und betont, dass im Fall Fischer das öffentliche Interesse höher gewichtet wurde als sein Geheimhaltungsanspruch. Besonders die Bekanntheit Fischers sowie der direkte Bezug seiner Urkundenfälschung zu seiner damaligen Funktion als Nationaltrainer spielten eine entscheidende Rolle.
Interessanterweise wurde Fischer vor Ausstellung des Strafbefehls nicht angehört. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Personen mit rechtskräftiger Verurteilung in solchen Fällen kein Anrecht auf rechtliches Gehör mehr haben.