Im August 2024 waren drei Konzerte der US-Sängerin Taylor Swift im Ernst-Happel-Stadion in Wien angesetzt. Kurz vor dem Start wurden die Veranstaltungen von den Behörden abgesagt, nachdem mehrere Verdächtige festgenommen worden waren. Diese sollen der Terrormiliz Islamischer Staat angehören und Anschläge auf die Konzerte geplant haben. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begann heute vor dem Landesgericht Wiener Neustadt, musste jedoch wegen eines technischen Problems kurzzeitig unterbrochen werden. Das Verfahren wurde mit einer halbstündigen Verspätung fortgesetzt.
Die beiden Angeklagten sind ein 21-jähriger Österreicher und ein etwa gleichaltriger Slowake, die dem IS nahestehen sollen. Der Hauptangeklagte wird verdächtigt, die Konzerte gezielt als Anschlagsziele ausgewählt zu haben, während der zweite Angeklagte laut Justiz zwar keinen direkten Bezug zum Anschlag hatte, aber Teil einer Terrorgruppe gewesen sein soll. Hinweise kamen zudem vom US-Geheimdienst CIA.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Hauptverdächtige einen Massenanschlag unter den Fans geplant hatte. Bei seiner Festnahme wurden Chemikalien für Sprengsätze sowie Waffen wie Macheten und Messer gefunden. Zudem soll er versucht haben, Schusswaffen und eine Handgranate zu erwerben.
Ein dritter mutmaßlicher Komplize befindet sich derzeit in Saudi-Arabien in Haft. Er soll mehrere Sicherheitskräfte in Mekka mit Messerstichen angegriffen haben, wobei die beiden Angeklagten ihn laut Anklage zu dieser Tat ermutigt und unterstützt haben sollen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern Beteiligung an einer Terrorzelle und die Vorbereitung von Anschlägen vor. Ihr Strafmass wird auch davon abhängen, inwieweit sie für die Tat in Saudi-Arabien verantwortlich sind. Bei Verurteilung drohen ihnen 10 bis 20 Jahre Haft.
Die österreichischen Behörden nahmen am 7. August 2024 erste Verdächtige fest, und weitere folgten in den darauffolgenden Tagen. Einige Festgenommene hatten Zugang zum Konzertgelände. Daraufhin wurden die für den 8. bis 10. August geplanten Konzerte abgesagt, obwohl bereits rund 200’000 Tickets verkauft waren.
Taylor Swift äußerte sich später auf Instagram und bezeichnete die Absagen als „verheerend“. Sie sei von Angst und Schuldgefühlen überwältigt gewesen, da so viele Fans angereist waren. Gleichzeitig dankte sie den Behörden für das Verhindern einer Katastrophe, bei der es nicht um verlorene Leben, sondern um abgesagte Konzerte ging.
Der Fall hat besondere Bedeutung, da die „Eras Tour“ mit 149 Konzerten und über zwei Milliarden US-Dollar Einnahmen zu den erfolgreichsten Musiktourneen aller Zeiten zählt. Insgesamt wurden rund zehn Millionen Tickets verkauft. Der geplante Anschlag hätte damit eines der weltweit größten Popereignisse zum Ziel gehabt.