Die Gefährdung des globalen Finanzsystems durch die aktuelle Schuldenexplosion könnte eine Kettenreaktion auslösen, welche in einer Krise mündet. Donald Trump versucht sich als Erfolgsstrategiker zu positionieren, doch seine Kontrolle über die eskalierende Lage ist fraglich. Ein zentraler Faktor ist der Ölpreis, der bereits stark angestiegen ist und weiter steigen könnte, was Finanzchaos und eine weltweite Rezession nach sich ziehen würde.
Die iranische Regierung setzt die Strasse von Hormuz als Druckmittel ein, was die globale Versorgung massiv beeinträchtigt. Ökonomen wie Mohamed El-Erian warnen bereits vor einer neuen Phase der Stagflation. Obwohl die heutige Weltwirtschaft weniger auf Öl angewiesen ist, ist das Finanzsystem durch eine hohe Schuldenlast besonders anfällig. Die US-Schulden belaufen sich auf 39.000 Milliarden Dollar, wobei bereits jetzt mehr für Zinsen als für militärische Ausgaben ausgegeben wird.
Hedge-Fund-Manager Ray Dalio sieht eine «tödliche Schuldenspirale» drohen, die nur noch drei Jahre Zeit hat, bevor sie eskaliert. Das Zinsniveau der US-Staatsanleihen ist ein entscheidendes Signal für das Vertrauen der Investoren in die USA. Nach dem Ölpreisanstieg sind diese zwar gestiegen, aber nicht im Ausmass wie bei früheren Angriffen.
Derzeit sehen sich Amerikaner mit steigenden Benzinpreisen konfrontiert und befürchten eine «Erschwinglichkeitskrise» vor den anstehenden Zwischenwahlen. Die Märkte bleiben gelassen, doch die Gefahr einer Korrektur aufgrund von fundamentalen Risiken besteht weiterhin.
Die Situation erinnert an Ölschocks in der Vergangenheit, wie nach der Ukraine-Invasion 2022, als Börsenkurse einbrachen. Ed Yardeni, eine Wall-Street-Legende, prognostiziert eine Korrektur von 10 bis 15 Prozent und sieht das Risiko eines totalen Einbruchs bei 35 Prozent.
Auch im Markt für private Kredite bestehen Risiken. Diese Kreditvergaben sind intransparent und haben Parallelen zur Finanzkrise von 2007, da Anleger Zugriff auf ihr Geld verlieren könnten. Dies könnte das gesamte Private-Credit-System zum Einsturz bringen.
Ein dauerhafter Ölpreisanstieg würde auch die Schweizer Realwirtschaft treffen und das Wachstum reduzieren, wie eine Analyse des Konjunkturforschungsinstituts der ETH Zürich zeigt. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist für die Schweiz nicht Inflation, sondern ein starker Franken das Problem.
Donald Trump hat mit dem Iran-Krieg eine Situation geschaffen, deren Kontrolle schwerfällt und die bereits instabile Finanzmärkte weiter destabilisiert. Selbst er könnte angesichts des drohenden Börsencrashs machtlos sein.