Ab dem 1. Mai werden die Vereinigten Arabischen Emirate nicht mehr Teil der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sowie des erweiterten Bündnisses Opec+ sein, wie aus Berichten staatlicher Medien hervorgeht.
Die Entscheidung spiegelt laut der Nachrichtenagentur WAM die strategischen und wirtschaftlichen Ziele der langfristigen Entwicklung des Landes wider. Die Emirate betonen Veränderungen im Energieprofil, verstärkte Investitionen in die heimische Energieproduktion sowie das Bestreben nach einer unabhängigeren Förderpolitik.
Die Opec, gegründet 1960 von Ländern wie Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela, zielt darauf ab, die Erdölpolitik ihrer Mitglieder zu koordinieren und gemeinsam über die Produktion zu entscheiden. Dies geschieht durch Anpassungen der Fördermengen in Reaktion auf Marktbedingungen, wodurch ein direkter Einfluss auf den Weltölmarkt und die Preise ausgeübt wird.
Seit ihrer Gründung haben weitere Staaten wie Nigeria oder Angola der Opec beigetreten, während andere wieder ausgetreten sind. Heute umfasst die Organisation zwölf Mitglieder hauptsächlich aus dem Nahen Osten, Afrika und Südamerika. Mit einem großen Teil der weltweiten Ölreserven nehmen sie eine bedeutende Rolle ein.
Seit 2016 existiert zudem das Bündnis Opec+, zu dem auch Länder wie Russland, Kasachstan und Mexiko gehören.
Die Emirate sind einer der größten Ölproduzenten innerhalb der Opec. Vor den Konflikten im Nahen Osten förderten sie etwa 3,4 Millionen Barrel pro Tag – mehr als 16 Prozent der gesamten Opec-Produktion. Bis 2027 soll die Fördermenge auf 5 Millionen Barrel täglich ausgebaut werden.
Die Entscheidung folgt auf steigende Spannungen in der Golfregion und Kritik an arabischen Staaten, die während iranischer Angriffe keinen ausreichenden Schutz boten. Anwar Gargasch, ein diplomatischer Berater des Präsidenten der Emirate, äußerte sich über eine unzureichende politische und militärische Koordination im Golf-Kooperationsrat.
Energieminister Suhail Mohamed al-Masrui teilte Reuters mit, dass die Entscheidung nach internen Beratungen getroffen wurde und nicht abgestimmt war. Sie basiere auf aktuellen und zukünftigen Förderstrategien.
Dieser Schritt wird als schwerer Rückschlag für die Opec und ihren führenden Mitgliedsstaat Saudi-Arabien betrachtet, da er die Position der Organisation schwächt. Trotz Meinungsverschiedenheiten über Förderquoten und geopolitische Fragen hatte sich die Allianz bisher um Einheit bemüht.
US-Präsident Donald Trump begrüßte das Ausscheiden der Emirate und äußerte Kritik an der Opec, die er beschuldigte, Ölpreise künstlich hochzuhalten. (SRF 4 News, 28.4.2026, 15:00 Uhr)