Eine repräsentative Umfrage aus St. Gallen verdeutlicht, dass fast 80 Prozent der Befragten die Erweiterung der Windkraftunterstützung befürworten, insbesondere wenn es um den Bau von Anlagen am Rand der Stadt geht. Klaus Ammann, Wirtschaftsredaktor bei SRF und Experte für Energie- und Klimathemen seit 2011, bewertet diese Ergebnisse als überraschend angesichts der bisherigen politischen Schwierigkeiten um Windräder.
Die Umfrage zeigt auf, dass rund 45 Prozent der Teilnehmenden definitiv für die Windkraftanlage am Stadtrand stimmen würden, während weitere 30 Prozent tendenziell zustimmen. Trotzdem weisen andere Umfragen darauf hin, dass eine Mehrheit in der Schweiz generell die Windenergie unterstützt, jedoch ist die kleine gegnerische Fraktion besonders engagiert und emotional involviert.
Die Forschenden betonen, dass das Material der Windräder entscheidend für deren Akzeptanz ist; Holz- und Metallkonstruktionen sind populärer als Beton. Zudem sollte die Herkunft aus Europa berücksichtigt werden. Wichtig für die Zustimmung ist auch eine transparente Kommunikation, bei der die Bevölkerung frühzeitig einbezogen wird. Ein zentraler Nachteil bleibt jedoch deren Sichtbarkeit. Diese kann man nicht eliminieren, aber durch überzeugende Argumente ausgleichen.
Windkraft gilt als sauber, klimafreundlich und unerschöpflich, da der Wind immer vorhanden ist. Sie ergänzt die Sonnenenergieproduktion, indem sie im Winter mehr Strom liefert, wenn Importe notwendig sind. Für den Ersatz von Kernkraftwerken in der Schweiz wird erwartet, dass bis 2050 etwa ein Siebtel des Wintersstroms aus Windrädern stammt – rund 7 Terawattstunden, was fast das Vierzigfache des heutigen Ausmaßes wäre.
Trotz jahrelanger Verfahren aufgrund schlechter Akzeptanz gibt es nun ein beschleunigtes Bundesverfahren mit einer Umsetzungszeit von fünf Jahren. Die Unterschiede in den Prozessen zwischen Kantonen und Gemeinden bleiben bestehen, doch eine Aufbruchstimmung ist spürbar. Für KMU bietet Windkraft Stabilität bei Energiepreisunsicherheiten durch langfristige Beteiligung oder Kauf von Strom über zwei Jahrzehnte. Technologische Fortschritte haben die Kosten gesenkt, ähnlich wie bei der Solarenergie, die 2026 einen Anteil von 15 Prozent am Schweizer Strom erreicht hat. Ein vergleichbarer Aufschwung für Windenergie ist möglich.