In Luzern bereitet die geplante „Mass-Voll“-Kundgebung am 9. Mai politische Wellen. Die Parteien SP und Grüne rufen zum Handeln gegenüber dem Stadtrat auf, da sie Bedenken bezüglich der Veranstaltung äußern. Diese Demonstration richtet sich gegen das neue EU-Vertragspaket. Nachdem die Stadt Luzern die Bewilligung erteilt hatte, reagieren die linken Parteien mit parlamentarischen Vorstössen. Die SP Luzern äußert sich besorgt über die mögliche Teilnahme von Rechtsextremen und befürchtet dadurch erhöhte Spannungen. Sie fordern vom Stadtrat in einer Interpellation Antworten auf Fragen nach Auflagen für Waffen, Parolen und Symbole sowie zur Durchsetzung der Regeln und Sicherheit während des Aufmarschs. Die SP warnt davor, dass Luzern als Sammelplatz rechtsextremer Gruppierungen dienen könnte. Sie verlangen ein klares Zeichen gegen extremistische Inhalte und eine konsequente Reaktion bei Verstößen; im Extremfall sollten die Behörden sogar die Bewilligung widerrufen. Die Grünen und ihre Jungpartei reagieren mit einer Petition, in der sie den Stadtrat auffordern, die Bewilligung für die „Mass-Voll“-Demonstration zurückzunehmen. Ihrer Ansicht nach sendet das Festhalten an dieser Entscheidung ein falsches Signal und ermöglicht eine Plattform für Hass und Diskriminierung. Beide Parteien verweisen auf frühere Vorfälle und warnen vor Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen sowie der möglichen Beteiligung der „Jungen Tat“. Sie beziehen sich dabei auch auf die Mass-Voll-Demo in St. Gallen, bei der es zu Ausschreitungen kam. Politiker von rechtsextremen Parteien aus Osteuropa planen ebenfalls, an dem Aufmarsch teilzunehmen. Dazu gehören Mitglieder der ungarischen Partei „Mi Hazank“ und der bulgarischen Partei „Vazrazhdane“. Die SP und die Grünen appellieren daher an den Stadtrat, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen.