Nach einer erfolgreichen Rettungsaktion wurde der gestrandete Buckelwal Timmy am Dienstagnachmittag in einen gefluteten Lastkahn verbracht, um ihn zur Nordseeküste zu transportieren. Am Freitag (17. April) begann ein Team aus Wissenschaftlern, Behördenvertretern und Nichtregierungsorganisationen mit der Rettung des kranken Walrückkehrers. Trotz Einwänden von Fachleuten betonte eine Tierärztin, die sich um den Wal kümmerte, dass er noch Überlebenschancen habe. Die Unternehmer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert, bekannt für die Gründung des Elektronikhandels Media Markt im Jahr 1979, unterstützen das private Rettungsteam. Zunächst versuchte man, den Buckelwal mithilfe eines Luftkissens zu einem Netz zu führen. Das Vorhaben scheiterte jedoch, sodass die Entscheidung fiel, Timmy in einen Wassertank zu bringen. Seine entzündete und von Pilzen befallene Haut wurde mit Zinksalbe behandelt. Aufgrund seiner Orientierungslosigkeit und Schwäche wird angenommen, dass er den Atlantik nicht durchqueren könnte. Buckelwale ziehen es vor, in offenen Gewässern zu leben, doch manchmal geraten sie versehentlich in die Ostsee. Seit Anfang März tauchte Timmy regelmäßig an der Ostseeküste auf und litt unter einem Netzverhedderung, was seine Kräfte erschöpfte. Experten vermuten, dass er sich in den Untiefen verirrt hat oder schlicht zu schwach zum Schwimmen war. Timmys Haut ist von Pilzen besiedelt, entzündet und teilweise aufgeplatzt, was das Risiko schwerer Infektionen birgt. Möglicherweise ist seine Speiseröhre mit einem Seil verstopft, wodurch er nicht mehr fressen kann. Ein gesunkener Wasserstand während der Osterfeiertage deckte Verletzungen auf, die von einer Schiffsschraube stammen könnten. Die Rettung wurde in Angriff genommen, als bekannt wurde, dass Timmy zu schwach ist, um selbstständig fortzuschwimmen. Ein früherer Versuch im März scheiterte, da der Wal nach kurzen Schwimmstrecken erneut strandete. Eine Rettung mittels Kran wie in „Free Willy“ erschien unrealistisch und lebensgefährlich für den kranken Buckelwal. Wissenschaftler befürchteten, dass Timmy an seiner Verletzungsstelle sterben könnte, wobei sein Kadaver dann zur Obduktion ins Deutsche Meeresmuseum in Stralsund gebracht worden wäre. Sollte er jedoch die Nordsee erreichen und freigelassen werden, ist unklar, ob er überleben kann. Die Experten vermuten, dass er kurz nach der Freilassung sterben könnte. Buckelwale sind besonders lärmempfindlich, und Rettungsaktionen können ihnen starke Stresssymptome bereiten. Walforscher betonen, dass solch aufwendige Maßnahmen nur bei jungen und gesunden Tieren gerechtfertigt seien. Trotz der dramatischen Lage könnten sich die Buckelwalpopulationen erhöhen, da sie nicht mehr gejagt werden – was jedoch auch zu vermehrten Strandungsfällen führt. Der gestiegene Schiffsverkehr in Nord- und Ostsee sowie Störungen durch Baulärm können dazu beitragen. Weltweit stranden jährlich tausende Wale, oft beeinflusst durch veränderte Meeresströmungen oder Sonnenstürme, die das Magnetfeld der Erde stören.