Im Frühling suchen Ameisen vermehrt nach Nahrung in menschlichen Behausungen, da ihre natürliche Umgebung noch nicht genügend Futter bietet. Obwohl 132 der in der Schweiz heimischen Ameisenarten laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) ökologisch wichtig sind, werden sie im Haus als unerwünschte Gäste empfunden.
Ein Ameisennest befindet sich oft draußen, beispielsweise unter Gehwegplatten. Hier können Splitt oder Stroh helfen, die Nester zu verhindern, da Ameisen diese Materialien nicht bevorzugen. Gelegentlich kann ein Nest im Garten umgesiedelt werden: Dazu füllt man einen Blumentopf mit befeuchtetem Lockstoff und setzt ihn auf das Nest, woraufhin die Ameisen später umziehen können.
Ameisen lockt auch Honigtau von Blattläusen an. Der Naturschutzbund (Nabu) empfiehlt Leimringe als Prävention gegen den Aufstieg der Insekten auf Pflanzen, während Nützlinge wie Marienkäfer helfen können, das Läuseproblem zu reduzieren und somit die Ameisen fernzuhalten.
Um Ameisen im Haus fernzuhalten, sollten Ritzen mit Silikon abgedichtet werden, Insektengitter an Fenstern angebracht und ihre Routen mit Klebeband unterbrochen werden. Kundschafter-Ameisen hinterlassen Duftspuren, die gefolgt wird; diese können durch feuchtes Wischen oder Gerüche wie Lavendel entfernt werden.
Bei einem starken Befall oder wenn das Nest im Haus ist, sollten Fachleute hinzugezogen werden. Der Handel mit mediterranen Pflanzen hat zur Verbreitung der Tapinoma-Ameisen beigetragen, die in Superkolonien leben und erheblichen Schaden anrichten können. In Kehl wurden solche Kolonien erfolgreich bekämpft.
Die invasive Pharaoameise stellt eine gesundheitliche Gefahr dar und sollte von Profis behandelt werden, da sie Krankheitserreger verbreiten kann. Dieser Artikel erschien erstmals am 08.05.2025 in der NZZ.