An der Sondersession des Nationalrats wird momentan die Geschäftslast abgearbeitet. Ein Ausdruck, der in der Schweiz als ‘tönt anstrengend’ bekannt ist – eine Aussage, die laut ausgesprochen werden darf, wie ein Abgeordneter meint. Über seine Motion und zwei weitere Vorstösse können Sie nun online abstimmen.
In der Wandelhalle ist das Schweizer Hochdeutsch als Brückensprache zwischen den Regionen allgegenwärtig. Mitte-Nationalrat Andreas Meier sieht aber eine mangelnde internationale Anerkennung für unser Deutsch und fordert, dass der Bund dies stärker bewerben soll.
Meier fragt im Rat: «Wer wird das Schweizer Hochdeutsch fördern, wenn nicht die Schweiz selbst?» Er betont, dass es von Vorteil wäre, wenn das Schweizer Hochdeutsch von Fachleuten international ernster genommen würde und nicht als Dialekt belächelt.
Meier schlägt vor, dass der Bund in Gremien des deutschsprachigen Raums mehr finanzielle Mittel für die Vermarktung aufwenden sollte. Eine «offizielle Kontaktstelle mit klarem Auftrag» soll eingerichtet werden, um das Schweizer Hochdeutsch zu stärken. Bundesrat Guy Parmelin hingegen findet, dass die bestehenden Fördermechanismen ausreichend seien.
Die Mehrheit im Nationalrat teilt diese Auffassung und lehnte Andreas Meiers Motion mit 99 zu 93 Stimmen ab (2 Enthaltungen).
Eine weitere Diskussion drehte sich um die Standesinitiative des Kantons Jura, welche den Import von Lebensmitteln verbieten will, die nicht nach Schweizer Standards hergestellt wurden. Grünen-Nationalrätin Sophie Michaud Gigon unterstützt das Vorhaben und spricht von mehr Gerechtigkeit auf dem Teller, die sowohl der Umwelt im Ausland als auch den Schweizer Bauern zugutekomme.
Doch Martin Hübscher (SVP/ZH) sieht in der Initiative Schwierigkeiten: Sie widerspreche WTO-Rechten und gefährde die Versorgungssicherheit. Er warnt vor mehr Einkaufstourismus und schwieriger Kontrollierbarkeit, betont aber, dass die Schweiz auf Deklaration statt Verbote setze.
Die Standesinitiative für klare Regeln bei Lebensmittelimporten wurde mit 129 zu 64 Stimmen abgelehnt (1 Enthaltung).
Zudem scheiterte eine Initiative des Kantons Basel-Stadt, die sich für einen zweiten Ständeratssitz und ein zweites Ständemehr für beide Basler Kantone starkmachte. Samira Marti argumentierte im Rat dafür, da beide Basel volle Kantonstatus beanspruchten.
Gerhard Pfister (Mitte/ZG) betonte jedoch die Bedeutung historisch gewachsener Strukturen und die Notwendigkeit eines föderalen Gleichgewichts zwischen den Kantonen. Die Initiative wurde mit 121 zu 51 Stimmen abgelehnt (22 Enthaltungen).
SRF 4 News, 28.4.2026, 12 Uhr.