Wegen steigender Gefahren durch Überschwemmungen, Lawinen und Steinschläge hat der Kanton Wallis am Freitag die sofortige Schliessung von 13 Campingplätzen angeordnet. Diese Entscheidung überraschte viele Betreiber und löste Existenzängste aus, da das Gebiet stark von Naturkatastrophen bedroht ist.
Samuel Hofmann von Goms Tourismus betont die ökonomische Bedeutung der Campingplätze: Besonders im Sommer generieren sie in den Gemeinden Goms und Obergoms fast zwölf Prozent aller Übernachtungen. Mit dem Wegfall von drei von sechs Plätzen droht ein massiver Einbruch des Sommertourismus.
Pim Beijen, Betreiber des Campingplatzes Riverside in Reckingen, ist schockiert über die Schliessung: Er und seine Frau sehen ihre Existenz bedroht. Der Entscheid der kantonalen Baukommission kam unerwartet. Diese begründete den Entschluss mit erheblichen Naturgefahren, besonders weil der Platz an Rhone und einem riskanten Bergbach liegt.
Gemeindepräsident Gerhard Kiechler ärgert sich über die widersprüchliche Haltung des Kantons: Obwohl Sicherungsprojekte geplant sind, fehlt es an Bewilligungen. Die Baukommission hält ihre Massnahmen für dringend notwendig, da die Campingbetreiber seit 2020 über die Gefahrenlage informiert wurden und ein rasches Eingreifen zur Gewährleistung der Sicherheit erfordert sei.
Pim Beijen will nicht aufgeben. Er hat zusammen mit seiner Frau drei Millionen Franken in den Platz investiert und verlangt Schadenersatz mit Unterstützung eines Anwalts. Die Gemeinde Goms drängt darauf, die notwendigen Sicherheitsmassnahmen schnell umzusetzen und fordert eine vorzeitige Baubewilligung.
Das Thema ist noch nicht abschliessend geklärt; jeder Platzbetreiber hat die Möglichkeit, ein Gesuch um Wiedererwägung einzureichen. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, dass der Kanton seine Entscheidungen überdenkt und unterstützt.