Die Unsicherheiten bei der Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft sind beträchtlich, da oft unklar bleibt, ob die Wirkstoffe dem Ungeborenen schaden könnten. Forscherinnen und Forscher an der Universität Bern haben deshalb eine vereinfachte Labor-Plazenta entwickelt, die in der Regel den Fötus vor Toxinen schützt. Das innovative Modell besteht aus Zellen, die im Stofftransport von Mutter zu Kind eine zentrale Rolle spielen und unmittelbar nach einer Geburt aus einer gespendeten Plazenta entnommen werden. Dadurch ist das Modell den natürlichen Bedingungen viel näher als bisherige Ansätze.
“Wir testen aktuell verschiedene Medikamente, darunter Ozempic”, erklärt die Biomedizinerin Christiane Albrecht von der Uni Bern. Ziel ist es herauszufinden, ob der Wirkstoff aus dem Abnehm-Medikament Einfluss auf die Plazentazellen hat und ob er durch das nachgebildete Schutzsystem hindurch in den Fötus gelangt. Gleichzeitig streben die Forschenden eine Vereinfachung des Modells für routinemässige Medikamentenprüfungen an, da es momentan noch zu komplex ist.