Siemens Mobility Schweiz und die SBB haben den Vertragsabschluss für die Lieferung von Zügen bekannt gegeben. Das Geschäftsvolumen beträgt bis zu zwei Milliarden Franken, wie in einer Mitteilung von Siemens erläutert wurde. Die Vereinbarung sieht die Beschaffung von 116 sechsteiligen «Desiro Dosto»-Zügen vor und beinhaltet eine Option auf weitere 84 Fahrzeuge.
Nachdem der Konkurrent Stadler Rail seine Beschwerde gegen die Vergabe zurückgezogen hatte, wurde diese an Siemens rechtskräftig. Die SBB hatten bereits Anfang April über diesen Fortschritt berichtet.
Gerd Schneller, CEO von Siemens Schweiz, erklärte in einer Medienmitteilung, dass die Verwurzelung der Firma in der Schweiz unterschätzt werde: «Wir sind nicht einfach ein ausländischer Hersteller, sondern seit 130 Jahren fester Bestandteil der schweizerischen Wirtschaft.» Siemens freut sich auf die Zusammenarbeit mit den SBB und beteiligt sich an der Digitalisierung von hunderten Stellwerken im Schweizer Netz.
Siemens gab keine spezifischen Details zu ihren Leistungen in der Schweiz preis, erwähnte jedoch, dass Konzeption, Projektleitung, Zulassung und Inbetriebnahme hier stattfinden werden. Die Fertigung erfolgt hingegen in Deutschland, wobei an der Fahrzeugkonzeption standortübergreifend gearbeitet wird. Details zu Stellenprozenten oder zur Wertschöpfung sind noch nicht verfügbar.
Die neuen Züge sollen ab 2031 in Betrieb genommen werden und bieten mit etwa 540 Sitzplätzen deutlich mehr Kapazität als die bisherigen Modelle, die sie ersetzen. Laut Bahnbetrieben steigt somit der Platz für Reisende um zehn Prozent an Sitzen und sogar um 30 Prozent bei den Stehplätzen.
Siemens verspricht eine umweltfreundliche Produktion: Die Wagenkästen werden aus CO₂-reduziertem Aluminium gefertigt. Zudem soll durch die Nutzung von Wärmepumpen und intelligentes Energiemanagement der Stromverbrauch minimiert werden, ergänzt durch aerodynamische Optimierungen, wie Dominic Fried, Leiter des Rollmaterials, erläuterte.