In der Schweiz sinkt die Zahl der männlichen Gynäkologen kontinuierlich, was auch auf die Präferenz vieler Patientinnen für Ärztinnen zurückzuführen ist. Der Anteil männlicher Fachärzte hat sich von über 50 Prozent vor etwa 15 Jahren auf aktuell rund 30 Prozent reduziert.
Der Rückgang ist besonders unter den jüngeren Medizinern stark ausgeprägt, da weniger als jeder zehnte angehende Gynäkologe männlich ist. Diese Entwicklung geht über den generellen Anstieg des Frauenanteils in der Ärzteschaft hinaus und wird daher von Spitälern durch gezielte Strategien begleitet.
Laut einem SRF-Bericht bevorzugen etwa 70 Prozent der Patientinnen weibliche Gynäkologen, insbesondere bei sensiblen Gesprächsthemen. Dieser Wunsch nach geschlechtlicher Identifikation wird durch persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Entwicklungen, wie die #MeToo-Bewegung, verstärkt.
Einige Ärzte führen an, dass Angst vor Missverständnissen oder Vorwürfen sie von einer Karriere in der Gynäkologie abhält. Zudem haben frühere problematische Praktiken das Vertrauen in die Branche beeinträchtigt, obwohl heutzutage strengere Regeln gelten: Eingriffe müssen klar erläutert und von den Patientinnen explizit genehmigt werden.
Experten prognostizieren einen weiteren Rückgang des Männeranteils, doch ist die vollständige Absenz männlicher Gynäkologen unwahrscheinlich.