Trotz andauernder Kämpfe und der Verbesserung der militärischen Position der Ukraine durch neue Waffen bleibt unklar, inwiefern westliche Sicherheitsgarantien zu einem Friedensabkommen führen könnten. Diese Diskussion begann Anfang 2025, initiiert durch die Trump-Regierung, welche ein Abkommen in der Ukraine anstrebte. Frankreich und Großbritannien führten daraufhin Gespräche über umfassende Sicherheitsgarantien für die Ukraine, was eine nützliche Planung westlicher Länder hinsichtlich ihrer zukünftigen Beteiligung ermöglichte. Allerdings leiden diese Diskussionen an mehreren Mängeln. Erstens haben Verhandlungen über Sicherheitsgarantien wenig zur Beendigung des Krieges beigetragen. Obwohl Vorschläge wie eine „Sicherungstruppe“ oder die Integration von Luftabwehrsystemen in der Ukraine positive Reaktionen hervorriefen, reagiert Moskau negativ auf diese westlichen Unterstützungspläne, was den Krieg verlängert. Diese Vorschläge haben die Einsatzbereitschaft des Kremls für einen Siegfrieden gestärkt. Zweitens enthalten die Pläne wenig Substanzielles und umfassen hauptsächlich Absichten und Versprechen ohne ausreichende materielle Grundlagen, was ihre Durchsetzungsfähigkeit einschränkt. Die Ukraine könnte gezwungen sein, dem „Prinzip Hoffnung“ zu folgen, wodurch ein Waffenstillstand nur vorübergehend wäre und Russland möglicherweise einen günstigen Zeitpunkt für eine Reeskalation nutzen könnte. Drittens bleibt die gegenwärtige Debatte theoretisch, da sie keine konkreten Vorhersagen über die tatsächlichen Sicherheitsgarantien ermöglicht. Die Situation vor Ort und die sozioökonomische Lage beider Länder werden entscheidend für die Stabilität eines Waffenstillstands sein. Die westliche Debatte war von Inkonsistenz geprägt, insbesondere durch Trumps unerwartete politische Schritte. Diskussionen über Sicherheitsgarantien ohne einen klaren Plan zur Beendigung der Kämpfe könnten ablenken statt helfen. Der Ausgang des Krieges und die Stabilität eines Waffenstillstands hängen weniger von den auf dem Papier formulierten Garantien als von der materiellen Situation vor Ort ab. Andreas Umland, Policy Fellow am Europäischen Politikinstitut Kiew (EPIK) und Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien (SCEEUS), betont, dass die tatsächliche Unterstützung – sowohl im wirtschaftlichen Bereich als auch auf dem Schlachtfeld – entscheidend bleiben wird.