Die Sanierung des Nordtrakts am Zürcher Hauptbahnhof dauert länger als geplant, was zu einer Verzögerung der Eröffnung führt. Ein amerikanischer Sportartikelhersteller und eine deutsche Parfumkette müssen nun noch warten.
Der Standort im Hauptbahnhof gilt als begehrtes Ziel für Händler: Mitten in diesem stark frequentierten Gebäude können Geschäfte von der Bahnhofstrasse, der wichtigsten Einkaufsstraße des Landes, und den SBB-Gleisen, dem zentralen Verkehrsknotenpunkt, profitieren. Dank des Bahngesetzes besteht zudem die Möglichkeit, auch sonntags zu verkaufen.
Im November 2023 kündigten die SBB an, dass der nordtrakt ein Flagship-Store von Nike beherbergen soll. Ursprünglich für 2025 geplant, wurde die Eröffnung nun auf das erste Quartal 2027 verschoben. Dies resultiert aus dem komplexen Gesamtprojekt zur Modernisierung des Nordtrakts und der umliegenden Bereiche, einschließlich der Installation neuer technischer Systeme.
Die Sanierungsarbeiten am historischen Gebäude erfordern einen finanziellen Aufwand von rund 45 Millionen Franken. Die Zürcher Architekten Spillmann Echsle sind für die Ausführung zuständig und haben bereits bei anderen Bahnhofprojekten mitgewirkt.
Trotz der Verspätungen bleiben Nike, das bisher keine Premiumadressen in der Schweiz besitzt, sowie Douglas Mieter. Die genauen Mietkonditionen sind nicht öffentlich bekannt; Schätzungen gehen von Nettomieten zwischen 10.000 und 11.000 Franken pro Quadratmeter aus.
Die Umsatzmiete bietet Flexibilität: Bei geringeren Einnahmen sinkt auch die Miete, während der Vermieter bei höheren Umsätzen profitiert. Die SBB betonen, dass neben finanziellen Offerten qualitative Kriterien für die Mieterauswahl entscheidend sind.
Im Nordtrakt wird neben Nike und Douglas auch eine Gepäckannahme und -aufbewahrung der SBB integriert werden. Trotz der Verzögerungen sieht sich die Bundesbahn gelassen, da während der Bauzeit keine Mieteinnahmen verloren gehen.
Der Immobilienbereich der SBB gilt als wichtiger Ertragsmotor und soll eigenwirtschaftlich Rendite erwirtschaften. Die Läden im Hauptbahnhof erzielten 2024 einen Umsatz von 395 Millionen Franken, ein geringfügig höherer Betrag im Vergleich zum Vorjahr.
Der Südtrakt wurde bereits 2023 umgebaut und zeigt eine Vielzahl an Gastronomiebetrieben. Einige Geschäfte stoßen allerdings auf Herausforderungen durch saisonale Schwankungen, wie das Beispiel der Stargastronomen Nenad Mlinarevic und Valentin Diem verdeutlicht.