Eine private Gruppe hat einen gestrandeten Buckelwal in der Ostsee in ein spezielles Boot verfrachtet und ihn dann durch die Region transportiert. Obwohl Forscher davor warnten, dass solch ein Eingriff mehr Schaden als Nutzen bringen könnte, behaupten die Retter nun, das Tier im Ozean freigelassen zu haben. Doch bleibt unklar, ob der Wal lebt oder tot am Meeresboden liegt, da die Gruppe die Daten ihres Peilsenders geheim hält.
Wissenschaftler und Experten hatten bereits vor den Risiken gewarnt: Der geschwächte Wal könnte im Ozean nicht überleben. Dennoch verfolgte das Rettungsteam seinen Plan trotz Kritik fort. Die Fachleute beriefen sich auf Beobachtungen des Tieres während seiner Odyssee in der Ostsee und Erfahrungen aus ähnlichen Fällen weltweit.
Die Einschätzung der Wissenschaftler basierte auf direkten Beobachtungen und vergangenen Rettungsaktionen. Sie kamen zu dem Schluss, dass ein mehrfach gestrandeter Wal kaum überlebensfähig sei. Doch genau diese Annahmen muss nun das Rettungsteam widerlegen, indem sie die Peilsenderdaten offenlegen.
Die Gruppe argumentiert, durch ihre Nähe zum Tier besser dessen Zustand beurteilen zu können, obwohl keine Walexperten im Team waren. Dieser Ansatz steht in starkem Kontrast zur Meinung von Meeresbiologen und Veterinärmedizinerinnen, die Erfahrung mit Walen haben.
Die Aktion führte den Buckelwal einem immensen Stress aus: Maschinelle Arbeiten und laute Geräusche könnten seine empfindlichen Ohren beeinträchtigt haben. Der Transport über Tage hinweg in einer metallenen Box mit Motorenlärm war für das Tier schmerzhaft.
Forscher interpretieren die ständigen Gesänge des Wals während der Rettung als klares Zeichen seines Leidens. Die gesamte Operation wirft daher Fragen über ihre Rechtfertigung auf und wird kritisch als potenzielle Tierquälerei betrachtet, sofern nicht bewiesen werden kann, dass der Wal tatsächlich genesen ist.