In Luzern entzündet sich eine hitzige Debatte um die Anerkennung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Der Stadtrat lehnt jedoch den Vorschlag ab, den traditionellen St. Leodegar-Feiertag auf den 1. Mai zu verlegen. Historische Verbindungen zum Luzerner Stadtgeschehen stehen im Fokus der Entscheidung, wie in einer offiziellen Mitteilung erläutert wird. Die Juso und die SP hatten diesen Vorstoss eingebracht, um die Beiträge aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu würdigen.
Die Diskussion löste viel Wirbel aus. Abonnenten erfahren mehr über die Position der Kirche und des Gewerbes sowie die Haltung des Stadtrats zum 1. Mai und die Ablehnung durch die Stadtregierung.
Im Vorstoss fordern SP und Juso auch, dass sowohl die katholische Kirche Luzern als auch die City Vereinigung ihre Meinungen zur Verschiebung äußern. Beide Organisationen würdigen den 1. Mai, stehen aber der Idee einer Verlegung ablehnend gegenüber.
Der Stadtrat betont die gemeinsamen Werte beider Feiertage bezüglich der Würde in der Arbeit und Gerechtigkeit, sieht jedoch keine Notwendigkeit zur Verschiebung des Leodegarstags. Der historische Bezug zum 2. Oktober und die Verbindung zu lokalen Traditionen wie der Määs sprechen für eine Beibehaltung.
St. Leodegar als Luzerner Stadtheiliger
Der Heilige Leodegar, geboren um 616 in Frankreich und Bischof von Autun ab 659, ist neben Mauritius einer der beiden Schutzpatrone Luzerns. Nach seiner Hinrichtung wird er am 2. Oktober gefeiert.
Seine Verbindung zu Luzern stammt vom Kloster Murbach, dessen Patron auch Leodegar war. Das Kloster im Hof in Luzern übernahm das Patrozinium und blieb bis zur Umwandlung in ein Chorherrenstift bestehen.
Auch die Luzerner Kilbi und die Määs sind mit dem Fest des Heiligen verbunden, da traditionell um den 2. Oktober Kirchweihfeste und Jahrmärkte stattfanden. Die älteste Erwähnung einer Luzerner Messe datiert auf das Jahr 1374.
Zum Vorstoss wurde Zoé Stehlin interviewt.
Verwendete Quellen:
– Stellungnahme des Luzerner Stadtrates zum SP/Juso Vorstoss