Konstantin Kreibich berichtet über die bevorstehende Demonstration von Mass-Voll gegen das EU-Bilaterale Paket, die am 9. Mai in Luzern stattfinden wird. Bereits im Vorfeld hat die Veranstaltung breite Diskussionen ausgelöst. Petitionen werden gestartet, Interpellationen eingereicht und Medien berichten umfassend – ein Effekt, der von Mass-Voll gezielt angestrebt wird.
Demonstrationen wie diese sind auf mediale Aufmerksamkeit angewiesen, besonders für Gruppen wie Mass-Voll, deren Ziel es ist, nicht die Kundgebung selbst, sondern das öffentliche Interesse zu generieren. Die Demo richtet sich gegen das EU-Bilaterale Paket, welches von Präsident Nicolas Rimoldi als “EU-Knechtschaftsvertrag” bezeichnet wird. Teilnehmer sollen auch aus ungarischen und bulgarischen rechtsextremen Kreisen sowie der Schweizer Nationalpartei und den Jungen Tat stammen.
Die Stadt Luzern hat die Bewilligung für die Kundgebung erteilt, unter strengen Auflagen und in Absprache mit der lokalen Polizei. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit wird als fundamentale demokratische Rechte hervorgehoben.
Mass-Voll hat gelernt, dass Provokationen die Berichterstattung sicherstellen können, wodurch Empörung entsteht – eine Form der Reichweite und Relevanz. Ein Beispiel hierfür ist eine SRF-Recherche zur Demo-Materialien, welche Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen offenlegt.
Die Demonstration hat auch Gegenreaktionen hervorgerufen. Die Grünen haben die Stadt aufgefordert, die Bewilligung zurückzuziehen, während linke Gruppen wie die “Allianz Luzern Nazifrei” zu einer Gegendemonstration aufrufen.
Auch bürgerliche Jungparteien haben sich kritisch geäussert. Rimoldi, der selbst an der Petition gegen seine Demonstration mitgewirkt hat, bleibt gelassen und betont die friedliche Natur des Events. Die Bewegung weist Vorwürfe zurück und prüft rechtliche Schritte gegen die Grünen.
Rimoldis Strategie scheint aufzugehen: Er erreicht die erhoffte mediale Präsenz, ähnlich wie zuvor in St. Gallen, als Mass-Voll mit Hellebarden Aufsehen erregte.