Bei den bevorstehenden Wahlen am 7. Mai könnte Schottlands Partei der Separatisten triumphieren, erklärt unser Korrespondent die Besonderheiten der nationalistischen Bewegung in diesem Land.
Auf Edinburgs historischem Calton Hill versammeln sich Tausende. Sie tragen den Saltire, die schottische Flagge mit dem weiss-blauen Andreaskreuz, und halten Schilder hoch mit Parolen wie «End the London rule» oder «We believe in Scotland». NZZ-Korrespondent David Signer berichtet von der Beobachtung: “Es herrschte eine sehr friedliche Stimmung. Man spürte keine Aggression, die man sonst bei nationalistischen Versammlungen findet.” Diese Besonderheit macht die schottische Separatistenbewegung unkonventionell.
Sollte die Scottish National Party am 5. Mai eine Mehrheit erlangen, könnte dies einem möglichen Referendum mehr Gewicht verleihen. Derzeit unterstützen etwa 45 Prozent der Bevölkerung diesen Schritt, viele sind aber noch unschlüssig. Zugleich steht im Vereinigten Königreich die Regierung von Keir Starmer unter Druck und rechte Parteien wie Reform UK könnten an Einfluss gewinnen. Diese Entwicklungen könnten die Distanz zwischen Schottland und Grossbritannien weiter verstärken.
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