Die USA ziehen 5000 Soldaten aus Deutschland ab, wie Präsident Donald Trump bekannt gab. Diese Entscheidung ist Teil eines Druckmittels gegenüber Europa. Mit bis zu 90.000 Truppen in Europa und über fünfzig Basen bleibt die militärische Präsenz der USA zentral für ihre Einsätze. Das Netz von strategischen Standorten wie Lajes, Rota und Incirlik macht Europa zum verlängerten Arm amerikanischer Machtprojektion. Europas Unterstützung ist entscheidend: Spanien schloss seine Basen nach den Angriffen im Iran für die USA. Italien, Großbritannien und Frankreich setzten Einschränkungen um, während Deutschland keine Maßnahmen ergriff. Die Kritik aus Berlin gegen Trumps iranische Strategie könnte der Grund für den Abzug sein. Trotz Drohungen hängt Washington stark von europäischen Basen ab. Im März starteten über 600 Flugzeuge von Europa aus Richtung Naher Osten, um Kampfjets zu versorgen – eine Versorgungsroute, die weiterhin aktiv ist. Der Abzug würde das militärische Gefüge erschüttern und die globale Einsatzfähigkeit der USA beeinträchtigen. Das US-Kongress hat den Truppenabzug begrenzt: Die Anzahl darf nicht unter 76.000 fallen, es sei denn, es wird sichergestellt, dass dies keine Sicherheitsrisiken für die Nato darstellt. Zudem wäre der wirtschaftliche Einfluss erheblich, da Basen wie Ramstein lokale Wirtschaftsleistungen generieren. Die militärische Abhängigkeit Europas von den USA ist groß: Ohne diese fehlen entscheidende Fähigkeiten und Ressourcen. Das International Institute for Strategic Studies schätzt die Kosten für Ersatz der amerikanischen Ausrüstung auf bis zu 345 Milliarden Dollar – fast zwei Drittel der Verteidigungsausgaben Europas im letzten Jahr. Die Aussicht, dass auch Mittelstreckenraketen aus Deutschland abgezogen werden könnten, löste Besorgnis aus. Nato und europäische Politiker geben sich gelassen: Deutschland sieht keinen weiteren Abzug geplant und die Nato versucht, den Teilabzug zu verstehen. Die Unsicherheit bleibt bestehen.