Die Frage, ob Flugbegleitende bei medizinischen Zwischenfällen im Flieger ausreichend geschult sind, wird aktuell diskutiert. Nach einem Vorfall am Mittwoch musste eine Maschine von Swiss in Almaty notlanden, da ein Co-Pilot einen Notfall erlitt. Glücklicherweise befanden sich an Bord drei Ärzte, die helfen konnten.
Es stellt sich die Frage nach der Vorbereitung auf solche Ereignisse: Sind die Flugbegleitenden ohne ärztliche Hilfe an Bord gerüstet? Swiss bezeichnet medizinische Notfälle als seltene Einzelfälle und betont, dass sie trotzdem für Crewmitglieder belastend sind. Die Flugbegleitenden werden daher speziell ausgebildet und regelmäßig weitergebildet.
Die Fluggesellschaft bestätigt: “Unsere Flight Attendants lernen in der Ausbildung sowie in regelmäßigen Fortbildungen, die umfangreiche medizinische Ausrüstung an Bord einzusetzen.”
Auch die Gewerkschaft Kapers weist darauf hin, dass Flugbegleitende umfassend geschult werden. Die Ausbildung beinhaltet Erste Hilfe, Reanimation sowie den Einsatz von Defibrillatoren und Sauerstoffversorgung. Weiterhin wird der Umgang mit verschiedenen medizinischen Situationen wie Atemnot oder allergischen Reaktionen geübt.
“Neben der Grundausbildung absolvieren Flugbegleitende mindestens einmal jährlich verpflichtende Recurrent Trainings,” bestätigt Kapers. Ziel ist es, dass die Crew in medizinischen Situationen schnell und koordiniert handeln kann, bis am Boden professionelle Hilfe eintrifft.
Selbst bei Anwesenheit von Ärzten an Bord, wie im jüngsten Fall, wird per Bordansage nach medizinisch geschultem Personal gefragt. Auf Langstreckenflügen ist in 70 bis 80 Prozent der Fälle tatsächlich ein Arzt oder eine Ärztin unter den Passagieren.
Die Airline betont jedoch, dass man sich nicht darauf verlassen könne und die Crew gezielt für medizinische Notfälle schult. Auch Kapers stellt klar: “Die Erstversorgung an Bord ist Aufgabe der geschulten Flugbegleitung.” Medizinisches Fachpersonal kann unterstützen, aber die Handlungsfähigkeit der Crew bleibt zentral.
Über eine Umleitung oder Notlandung entscheidet das Cockpit gemeinsam mit der Kabinencrew und der Einsatzzentrale am Boden. Dabei wird auch geprüft, wo schnell medizinische Hilfe möglich ist.
Konkrete internationale Statistiken zu solchen Vorfällen sind begrenzt vorhanden. Studien zeigen, dass medizinische Zwischenfälle regelmäßig vorkommen, jedoch selten zu einer Notlandung führen. Edelweiss bestätigt gegenüber Nau.ch, die eigenen Crews würden entsprechend geschult und besuchten regelmäßige Kurse.