China beherrscht die Verarbeitung seltener Erden, während Lynas Rare Earths in Australien führend im Westen ist. In Kuantan steht die größte Raffinerie der Welt, die westaustralischen Bodenschatz in begehrte Pulver umwandelt. Amanda Lacaze, CEO von Lynas, zeigt auf riesige weiße Säcke mit roter Erde aus dem australischen Outback, die tausende Meilen nach Malaysia gebracht wurden. Diese Erde enthält einen hohen Anteil an seltenen Erden, einem global begehrten Rohstoff für Industrien wie Automobilbau und Raumfahrt.
Die Dominanz Chinas – 70 Prozent der Förderung und über 90 Prozent der Verarbeitung finden dort statt – führte zu geopolitischen Spannungen, wie beim Lieferstopp, der Trump im Zollkrieg zum Einlenken zwang. Der Westen strebt nun nach Unabhängigkeit von China, wobei Lynas eine Schlüsselrolle spielt. Die Mount-Wells-Mine in Westaustralien gehört zu den größten westlichen Minen für seltene Erden.
Die Raffinerie in Kuantan ist stolz auf ihre Position als weltgrößte Anlage dieser Art. Der vollautomatisierte Prozess beginnt mit der Trennung von seltenen Erden mittels Hitze und Säuren, gefolgt von weiterer chemischer Separation leichter und schwerer Erden. Insgesamt sind 1300 Schritte nötig, um Endprodukte wie das NdPr-Gemisch für Magnete zu erhalten oder schwere Erden in Metalleimer abzufüllen.
Trotz der Herausforderungen, die Neodym und Praseodym als schwer zu trennende Elemente darstellen, hat Lynas es geschafft, seine Prozesse optimal anzupassen. Die Anfangszeit war von Misserfolgen geprägt, doch durch Optimierung wurde Qualität sichergestellt. Der Aufbau einer chinesischen unabhängigen Industrie wird unterstützt: Das US-Verteidigungsministerium investierte in MP Materials und garantiert Minimalpreise für bestimmte Erden. Auch Japan hat ähnliche Abkommen.
China versucht, seine Marktstellung durch politische Mittel zu behalten, wie im Fall eines speziellen Ofens zeigt, dessen Lieferant von der Polizei überprüft wurde. Beim Bau einer zweiten Raffinerie in Kalgoorlie verzichtete Lynas auf chinesische Komponenten, was Mehrkosten verursachte.
Um vollständig unabhängig zu sein, muss der Westen das gesamte Verarbeitungs-Ökosystem entwickeln. Lynas arbeitet daher mit koreanischen Firmen zusammen, um die nächste Stufe der Produktion – die Reduktion und Magnetherstellung – voranzutreiben. Dies stellt einen Schritt dar, die chinesische Dominanz in diesem Bereich zu verringern.