Am 14. Juni entscheidet das Schweizer Stimmvolk über geplante Verschärfungen beim Wechsel vom Militär zum Zivildienst, die von Bundesrat und Parlamentsmehrheit vorgeschlagen wurden. Sie argumentieren mit einer angespannten Sicherheitslage und einem rekordhohen Abgang von tauglichen Rekruten hin zum Zivildienst – im letzten Jahr waren es 7211 Männer, mehr als ein Drittel nach der Rekrutenschule. Die vorgeschlagenen sechs Massnahmen sollen den Wechsel erschweren, unter anderem indem alle Personen mindestens 150 Tage Dienst leisten müssen und jene ohne offene Militärdienstage nicht wechseln dürfen.
Das Nein-Komitee, bestehend aus SP, Grünen, GLP, GSoA und der Kleinbauern-Vereinigung, hat seine Argumente präsentiert. Priska Seiler Graf von der SP kritisiert die Darstellung des Zivildienstes als Bedrohung für die Armeebestände und meint, dass Bundesrat und Parlament den Zivildienst unattraktiver machen wollen, ohne die Armee automatisch attraktiver zu gestalten. Patrick Hässig, ehemaliger Militärangehöriger im Zivildienst, sieht in der Vorlage einen Irrweg, da er glaubt, dass sie mehr Abneigung gegenüber dem Militär fördert als zusätzliche Soldaten.
Donat Capaul von der Kleinbauern-Vereinigung betont die Bedeutung des Zivildienstes für seinen Betrieb. Er sieht die Motivationen für den Wechsel kritisch und widerlegt das Argument, dass dies nur aus Bequemlichkeit geschehe. Währenddessen haben Befürworter wie Stefan Holenstein vom VMG argumentiert, dass viele Rekruten aus Opportunismus wechseln und trotz geplanter Verschärfungen genügend Zivildienstleistende vorhanden sein werden.
Michael Götte von der SVP befürwortet die Massnahmen und spricht sich für eine Wiedereinführung der Gewissensprüfung aus, obwohl dies nicht Teil des Abstimmungsvorhabens ist. Das Stimmvolk trifft nun am 14. Juni seine Entscheidung über die sechs geplanten Verschärfungen im Zivildienstgesetz.
Nicht zur Debatte steht die Wiedereinführung der Gewissensprüfung, doch wurde der Bundesrat bereits vor über einem Jahr beauftragt, diese Option zu prüfen.