Ein Schweizer Passagier, der sich mit der ansteckenden Andesvariante des Hantaviruses infiziert hat, wird im Universitätsspital Zürich isoliert behandelt. Drei weitere Passagiere wurden am Mittwoch nach Amsterdam ausgeflogen; darunter eine Deutsche, die für eine Behandlung in das Unispital Düsseldorf verlegt werden soll.
Der Ausbruch auf der «Hondius» hat nun auch die Schweiz und Deutschland erreicht. Der Schweizer Patient, der bereits im April zurückgekehrt war, ist stabil, aber muss bis zu 45 Tage isoliert bleiben. Seine Ehefrau bleibt gesund und isoliert sich zur Sicherheit. Das Bundesamt für Gesundheit bestätigt dies.
Laboruntersuchungen des Universitätsspitals Genf offenbaren, dass die Andesvariante von Hantaviren einzigartig ist, da sie zwischen Menschen übertragbar ist. Diese Variante stammt normalerweise aus Südamerika und wird durch die Langschwanz-Zwergreisratte verbreitet. Der Ausgangspunkt der Reise war Ushuaia, Argentinien.
Der erste bekannte Fall an Bord betraf einen Niederländer mit Symptomen ab dem 6. April, dessen Tod fünf Tage später eintrat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermutet, dass dieser Patient das Virus von Land aufs Schiff brachte.
Bisher sind acht Menschen während der Kreuzfahrt erkrankt; bei drei wurde Hantavirus bestätigt. Eine weitere Erhöhung der Fallzahlen ist möglich, da die Inkubationszeit mehrere Wochen dauern kann. Auch ein Bordarzt könnte infiziert sein.
Die Ansteckungswege des Andesvirus sind noch unklar, obwohl enger Kontakt und hohe Virenlast als Übertragungsfaktoren gelten. Eine Studie in Chile zeigte eine geringe sekundäre Erkrankungsrate von 3,4 Prozent bei Haushaltskontaktpersonen.
Die Kreuzfahrt erregt Zweifel an der Ansteckungsrate des Andesvirus, da mehrere Personen angesteckt wurden, ohne notwendigerweise engen Kontakt gehabt zu haben. Die zeitliche Abfolge der Symptome könnte auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch hindeuten.
Zur Klärung müssen alle Betroffenen bezüglich ihrer Aktivitäten befragt werden. Auch, warum das Schweizer Paar die Reise fortsetzen konnte, ist unklar; sie könnten vor dem Ausbruch abgereist sein und damit das Virus verbreitet haben.
Obwohl keine Epidemiegefahr besteht, da der natürliche Wirt fehlt, betont Martin Eiden vom Friedrich-Loeffler-Institut die Notwendigkeit einer sorgfältigen Beobachtung. Er unterstreicht, dass es keinen Anlass für allgemeine Besorgnis in Europa gibt.
Die Behörden sind verpflichtet zu prüfen, wie ansteckend das Virus tatsächlich ist und welche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen.