Nach politischem Druck hat die Stadt Luzern ihre Pläne zurückgezogen, dem Luzerner Handwerksmarkt seine wichtigsten Standplätze zu entziehen. Eine Recherche von zentralplus aus Dezember des vergangenen Jahres offenbarte, dass der Verein unter Mitgliederschwund litt und mit mehreren städtischen Vorhaben konfrontiert war. Daraufhin reichten zwei SP-Politiker eine Interpellation ein, um den Stadtrat zu kritischen Fragen über die aktuelle Situation des Marktes zu bewegen. Nun liegen die Antworten vor.
Früher erstreckte sich der Luzerner Handwerksmarkt bis zum Hirschenplatz, heute besetzt er nur noch knapp den Weinmarkt. Jasmin Zwyer, Präsidentin des Handwerksmarkts, berichtete zentralplus, dass der Mitgliederschwund durch städtische Entscheidungen sogar verstärkt wurde. Von vier möglichen Standplätzen ist in letzter Zeit meist nur einer besetzt.
Die Stadt bestimmt, wer eine Dauerbewilligung für den Markt erhält und in den Verein eintreten darf oder lediglich einen temporären Standplatz bekommt. In jüngster Zeit wurden vermehrt solche Plätze an Temporäre vergeben, um Attraktivität durch Abwechslung zu fördern, so die Präsidentin.
Zusätzlich hatte die Stadt beabsichtigt, einige Standplätze wegen Zugangserfordernissen für die Feuerwehr zu entfernen. Diese Plätze gelten als Aushängeschild des Markts und sind von der belebten Kramgasse aus sichtbar. Insbesondere die Plätze 72 bis 75 standen zur Debatte.
Neben den Standplatzproblemen kritisierten die Betreiber auch, dass Baustellen dem Markt Platz wegnahmen (zentralplus berichtete).
SP-Politiker Adrian Albisser und Maël Leuenberger forderten eine Stellungnahme des Stadtrats zur Bedeutung des Marktes und zu den geplanten Unterstützungsmaßnahmen. Sie fragten nach den Gründen für die Streichung oder Verlegung bestimmter Standplätze, der Entwicklung im Verhältnis von Dauer- zu Temporärstandplätzen in den letzten Jahren sowie zur Sicherstellung eines reibungslosen Marktbetriebs trotz Baustellen. Sie erkundigten sich auch nach zukünftigen Plänen für den Markt auf dem Weinmarkt (zentralplus berichtete).
Der Stadtrat antwortete, dass der Handwerksmarkt zur Belebung und Attraktivität Luzerns beitrage. Er sei bestrebt, günstige Bedingungen zu schaffen, wobei Sicherheitsvorgaben eingehalten werden müssen. Diese dienten dem Schutz der Besucher sowie der Einsatzmöglichkeit von Rettungskräften. In Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen wurden Kompromisslösungen gefunden: Die Stände dürfen bleiben, wenn die Betreiber die Aufstellungsvorgaben einhalten.
Die Stadt betonte, dass sie Temporäre nicht bevorzugt gefördert habe; deren Zahl sei stabil geblieben. Bei Standplatzbewilligungen verlangt sie von neuen Teilnehmenden vor einer Dauerbewilligung eine mehrmalige temporäre Teilnahme, um Vielfalt und Attraktivität des Markts zu fördern.
In Bezug auf Baustellen verspricht die Stadt frühzeitige Abstimmung mit Marktveranstaltern, um Auswirkungen gering zu halten. Sie bestätigt ihre Unterstützung für den Standort Weinmarkt und betont gleichzeitig die Herausforderungen durch städtische Sicherheits- und Baubedürfnisse. Grundsätzliche Änderungen sind nicht geplant.