Seit seiner Ernennung zum neuen Obersten Führer Irans am 8. März hat Mojtaba Khamenei noch keine öffentlichen Auftritte absolviert. Fotos zeigen einen Mann mit grauem Bart und Brille, der in einem schlichten braunen Gewand erscheint. Wie sein verstorbener Vater Ali Khamenei gibt auch er das Bild eines bescheidenen Klerikers ab, fern von weltlichem Luxus. Doch Berichte deuten darauf hin, dass Mojtaba Khamenei über ein beachtliches Vermögen verfügt.
Im Januar berichtete Bloomberg, dass der Revolutionsführer im Ausland ein weitreichendes Immobilienimperium errichtet hat, darunter Luxushotels in Österreich und Deutschland sowie Villen in Spanien. Laut der Financial Times könnte dieses Imperium einen Wert von rund 400 Millionen Euro haben.
In den Eigentumsregistern wird Khamenei nicht direkt erwähnt; vielmehr steht hinter dem Netzwerk ein Mann, der als enger Vertrauter und Strohmann für ihn gilt: Ali Ansari. Die britische Regierung hat am 30. Oktober 2025 Sanktionen gegen den iranischen Geschäftsmann verhängt, da er die Aktivitäten der Revolutionswächter unterstützt haben soll. Ansari wurde mit einer Einreisesperre und einem Vermögensarrest belegt.
In London besitzt Ansari laut Handelsregistern mindestens zwölf Immobilien, darunter zehn Häuser entlang der Bishops Avenue in Hampstead, auch bekannt als “Billionaires’ Row”. Des Weiteren hält er zwei Wohnungen nahe dem Kensington Palace.
Ansari besitzt vier Pässe aus verschiedenen Ländern und hat alle Vorwürfe über seinen Anwalt dementiert; eine rechtliche Klage gegen die britischen Sanktionen wurde angekündigt. Bloomberg berichtet jedoch, dass Ansari in den späten 1980ern Mojtaba Khamenei kennengelernt haben soll und zu einem Industriemagnaten aufstieg.
Das Immobilienimperium könnte laut Berichten aus dem iranischen Ölhandel finanziert worden sein. Die Einnahmen sollen durch Briefkastenfirmen geleitet worden sein, was die Frage aufwirft, ob das Umfeld von Ali Khamenei davon profitiert hat.
Ansaris Eigentum ist komplex strukturiert; einige Immobilien werden Firmen zugeschrieben, deren Verbindungen zu ihm bestehen. So gehört beispielsweise das Schloss-Hotel in Kitzbühel einer Firma, die Ansari angehört. Dieser versuchte vermutlich eine feindliche Übernahme der Mehrheit der Anteile.
Aktuelle Entwicklungen sehen die Klage von Panarea gegen ihren Ausschluss aus dem Hotelgeschäft und das Entfernen einiger Hotels von Buchungsplattformen wie Booking.com. Mojtaba Khamenei wird wahrscheinlich die Annehmlichkeiten der Hotels nicht nutzen können, und über den Aufenthaltsort beider Männer ist nichts bekannt.