Im Jahr 2025 erzielte die römisch-katholische Landeskirche Luzern statt eines erwarteten kleinen Plus von 14’000 Franken einen beeindruckenden Überschuss von 2,45 Millionen Franken. Diese finanzielle Überraschung führte bei der Synode zu heftigen Debatten über die Verteilung des Geldes und brachte gleichzeitig heikle Themen wie private Beziehungen, sexuelle Orientierung sowie kirchliche Anstellungspraktiken auf den Tisch.
Die Synode nahm zwei wichtige Vorstöße aus der Sonderkommission zur Missbrauchsaufarbeitung entgegen. Der erste Vorstoss fordert die Einrichtung einer Meldestelle für Personen in sogenannten «irregulären Situationen», wie Geschiedene in neuen Partnerschaften, gleichgeschlechtlich liebende Menschen oder ehemalige Priester und Ordensleute. Diese Gruppen könnten oft ihre kirchlichen Dienste verlieren, wenn sie ihre Beziehungen offen leben.
Der zweite Vorstoss dreht sich um die Anstellungspraxis der Kirche: Ob ähnlich wie in Zürich ab Ende 2025 private Lebensführung und sexuelle Orientierung keine Rolle bei kirchlichen Anstellungen spielen sollten, wurde ebenfalls diskutiert. Der Kanton Zürich erlaubt das nicht mehr als Kriterium für den Verkündigungsdienst.
Der Hauptgrund für den Überschuss waren höhere Steuererträge der Kirchgemeinden, besonders von juristischen Personen. Ein Teil des Geldes sollte an die Gemeinden zurückgehen, was zu längeren Diskussionen führte. Der Synodalrat schlug vor, 1,3 Millionen Franken für zukünftige Unterstützung und Ausgleichsmaßnahmen bereitzustellen, während die Geschäftsprüfungskommission einen direkten Rückzahlungsvorschlag von 880’000 Franken an die Gemeinden machte. Letztlich folgte die Synode dem Vorschlag des Synodalrats.
Zudem beschloss das Parlament, den finanziellen Ausgleich zwischen armen und reichen Kirchgemeinden zu verbessern. Einige Synodemitglieder betonten die Schwierigkeiten kleiner Gemeinden, ihre Aufgaben ohne Unterstützung auszuführen. Während 500’000 Franken der Pensionskasse zuflossen und 300’000 Franken für Maßnahmen gegen Grenzverletzungen und Machtmissbrauch verwendet wurden, stimmte die Synode zu, dass 300’000 Franken armutsbetroffenen Menschen im Kanton Luzern zugutekommen sollten. Der Rest sollte dem Eigenkapital der Kirche zugeführt werden, jedoch reduzierte die Synode diesen Betrag auf den genannten Betrag für soziale Zwecke.