In den vergangenen zwei Wochen haben in Mali Kämpfe zwischen der Armee und Jihadisten zugenommen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag griffen die Extremisten zwei Dörfer an, wobei mindestens 50 Menschen ums Leben kamen, darunter auch Zivilisten sowie Mitglieder regierungsnaher Milizen.
Diese blutigen Auseinandersetzungen markieren die schwersten Vorfälle seit April, als die al-Kaida-verbündete JNIM und Tuareg-Rebellen koordinierte Angriffe auf Städte und Militärbasen führten. Seitdem kommt es in dem westafrikanischen Land immer wieder zu gewaltsamen Konflikten.
Die von Jihadisten angegriffenen Dörfer liegen in der Region Mopti, zentral gelegen in Mali, wie Reuters unter Berufung auf drei Informanten – einen Diplomaten, einen Sicherheitskräfte-Mitarbeiter und einen Entwicklungsarbeiter – berichtet. Die genaue Anzahl an Zivilisten unter den Opfern ist bisher unklar. Lokale Milizen und Jäger bieten den Dörfern Schutz vor militanten Gruppen.
Nach Angaben der Armee, die am Mittwoch in Bamako eine Pressekonferenz abhielt, sammeln sich die Rebellen nach ihren Angriffen im April neu. Im Rahmen dieser Aktion griffen sie unter anderem den internationalen Flughafen und das Hauptquartier des Militärs an, wobei auch der Verteidigungsminister getötet wurde.
General Djibrilla Maiga erklärte auf der Pressekonferenz, dass die Bedrohung weiterhin bestehe, fügte jedoch hinzu, dass das Militär erfolgreich die Manöver der Jihadisten stören konnte. Laut ihm wurden seit den Angriffen im April mehrere hundert Terroristen ausgeschaltet.
Mali ist gemeinsam mit Burkina Faso und Niger Schauplatz des weltweit größten jihadistischen Aufstands, an dem al-Kaida-Netzwerke sowie der Islamische Staat beteiligt sind. Diese Terrorgruppen bekämpfen die Armeen in den drei westafrikanischen Staaten, was zu der Vertreibung von Millionen Menschen und dem Tod Zehntausender geführt hat.