Das Schicksal des Buckelwals Timmy, der in der Ostsee strandete, beschäftigte über Wochen die Öffentlichkeit. Was zunächst als erfolgreiche Rettungsaktion präsentiert wurde, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als wissenschaftlich stark umstrittenes Spektakel.
Obwohl Bilder des Wals in Freiheit viral gingen, war die Euphorie von kurzer Dauer. Das Fehlen von GPS-Signalen und Videomaterial über die eigentliche Befreiung lässt offen, ob Timmy noch lebt. Martin Amrein, Wissenschaftsredaktor, kommentiert: «Aus wissenschaftlicher Sicht war diese ganze Aktion am Ende ziemlich unsinnig.»
Vor der Rettungsaktion hatten Experten empfohlen, das geschwächte Tier sterben zu lassen, um es nicht dem enormen Stress eines Transports in einer Metallbox auszusetzen. Dennoch entschieden viele Menschen aufgrund ihrer Anteilnahme für die Rettung und ermöglichten so eine private Operation im Wert von 1,5 Millionen Euro.
Jetzt stehen Retter und Wissenschafter vor einem Desaster. Wie Timmys Geschichte dennoch einen positiven Ausgang finden könnte – zumindest für das Meeresökosystem –, erläutert Martin Amrein in der neuen Folge von «NZZ Akzent». Eine Übersicht aller Episoden des Podcasts ist ebenfalls verfügbar.