Die charakteristische, leicht brüchige Stimme von Sir David Attenborough hat Generationen fasziniert. Wenn er in einer seiner frühen Tierfilme verspricht, dass das Leben der Maulwürfe spannender sei als ein Krimi, will man sofort wissen warum – und bleibt dabei. Auch im jüngsten Film “Ocean with David Attenborough” hält er sein Versprechen: Er bietet eine umfassende Betrachtung der Meere – deren geheimnisvolle Wunder sowie die alarmierenden Folgen menschlicher Zerstörungen. Seine Warnung ist deutlich: Ohne Gegenmaßnahmen gegen Klimawandel, Überfischung und Meeresverschmutzung droht das Aussterben der Menschheit.
Gleichzeitig vermittelt Attenborough Hoffnung – wie in seinem neuesten Werk. Er zeigt auf, dass sich die Ozeane schneller erholen können als gedacht: Schon wenige Jahre genügen manchmal, um verloren geglaubte Korallenriffe wieder leuchten zu lassen und Fischbestände zu regenerieren.
“Ocean with David Attenborough” ist auf Disney+ verfügbar. Der Film basiert auf jüngsten Meeresforschungen, die Attenborough darin vorstellt. Trotz seines optimistischen Untertons bleibt er besorgt: Das Zeitfenster für den Erhalt der Ozeane und des Planeten schließt sich rapide.
Ruhestand ist für den 100-jährigen Naturfilmer ein Fremdwort. Seine Arbeit beschreibt er als größtes Geschenk seines Lebens, das durch zahllose Auszeichnungen anerkannt wird. Zu seinen Ehren zählen diverse Verdienstorden und die Ernennung zum Sir im Jahr 1985 durch Königin Elizabeth II., nachdem sein Naturepos “The Living Planet” weltweit Begeisterung auslöste.
Schon als Kind sammelte Attenborough leidenschaftlich Fossilien. Nach einem Studium der Naturwissenschaften fand er bei der BBC eine langjährige Anstellung, wo er das Genre Naturdokumentation revolutionierte. Serien wie “Life on Earth”, “The Living Planet” und “Planet Earth” setzten neue Maßstäbe durch ihre Kombination aus wissenschaftlicher Präzision, beeindruckenden Bildern und narrativer Tiefe.
Attenborough hat es verstanden, Wissenschaft populär zu machen, ohne sie zu vereinfachen. Er verbindet Fakten mit Faszination. Früher waren seine Tierszenen jedoch nicht unumstritten; sie wurden oft inszeniert und zum Teil auf Kosten der Tierwohlfahrt produziert.
Eine Wende kam 2001 mit der Serie “Blue Planet”, die an über 200 Orten weltweit gedreht wurde. Sie bot eine umfassende Perspektive auf den Planeten, einschließlich seiner verletzlichen Aspekte. Seitdem gilt Attenborough als unbeirrbarer Warner für das globale Klima.
Mit seiner enormen Reichweite – im Fernsehen und in sozialen Medien – erreicht er ein Millionenpublikum über alle Generationen hinweg. Seine Botschaft bleibt aktuell: Wer die Natur versteht, wird sie auch schützen wollen.