Ein Rückschlag für die Schweizer Tourismusbranche: Im März verzeichnete die Hotellerie einen Rückgang von 5,2 Prozent bei den Logiernächten im Vergleich zum Vorjahr. Der Bundesstatistik nach wurden insgesamt 3,2 Millionen Übernachtungen gezählt. Laut Schweiz Tourismus wird ein Grund in der Spannungszunahme durch den Iran-Krieg Ende Februar gesehen.
Trotz des Rückgangs zeigt sich die Luxushotellerie robust gegenüber dem Konflikt. Das Bürgenstock Resort im Kanton Nidwalden ist hier ein Paradebeispiel: Zwar sind direkte Auswirkungen derzeit nicht erkennbar, doch psychologische Effekte bemerken sie deutlich. Chris Franzen, Hoteldirektor seit April 2024 und Branchenveteran mit über drei Jahrzehnten Erfahrung in der Golfregion, spricht im Interview über die momentane Situation.
SRF News fragt nach den Auswirkungen des Iran-Krieges auf das Bürgenstock: Franzen betont, dass es noch zu früh sei, um konkrete Effekte zu benennen. Buchungen für den Sommer sind bisher unverändert. Er äußert jedoch Bedenken bezüglich der Reisebereitschaft asiatischer und arabischer Touristen aufgrund des Konflikts im Golf, was psychologisch bedingte Unsicherheiten schaffe.
Obwohl die Anzahl an Gästen aus den Golfstaaten vorübergehend zurückgehen könnte, vertraut Franzen darauf, dass arabische Gäste weiterhin reisen werden, solange Fluggesellschaften operieren. Er schildert, wie der Konflikt auch in den Golfregionen die Tourismus- und Geschäftsreiseaktivitäten beeinträchtigt.
Mit Blick auf die Sommermonate ist Franzen entschlossen, das Gästeaufkommen durch alternative Kundengruppen auszuweiten, darunter mehr Schweizer und Europäer sowie Reisende aus Nord- und Südamerika. Die Bilanz des Bürgenstock ist positiv, mit einer weiterhin erfolgreichen Entwicklung.
Franzen wurde zuletzt bei den “Falstaff Hotel Awards” als Hotelier des Jahres ausgezeichnet. Er betont die Wichtigkeit eines starken Teams für diesen Erfolg und spricht über seine Bemühungen im Marketing und in der Kundengewinnung.
Ein weiterer Faktor, der das Resort ins Rampenlicht rückte, war die Ukraine-Konferenz 2024. Obwohl Franzen keine direkten Buchungszahlen aufgrund der medialen Präsenz benennen kann, sieht er dennoch einen positiven Effekt.
Beim Thema Beziehung zum lokalen Publikum hebt Franzen hervor, dass sich das Bürgenstock Resort verstärkt um die Einbindung Schweizer Gäste bemüht hat. Dies umfasst Änderungen in der Preispolitik und Unterstützung lokaler sozialer Projekte.
Zur internationalen Lage äußert er den Wunsch nach einem Ende aller Konflikte, um das Reisen wieder zu einer Freude werden zu lassen. Gesprächspartner Raphael Prinz fasst die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Hotellerie zusammen.