Der Elektro-Kombi VW ID.7 Tourer fährt effizient und komfortabel, lässt jedoch bei Anhängelast und Zuladung zu wünschen übrig. Er punktet dort, wo die chinesische Konkurrenz bisher Schwächen zeigt.
Volkswagen plante schon vor der Covid-Pandemie einen elektrischen Passat, doch der ID.7 Tourer war das erste überzeugende Modell der ID-Reihe. Die Verkaufszahlen sind seitdem leicht gesunken, vermutlich wegen Unsicherheiten bezüglich VWs zukünftiger Strategie zwischen Stromern und Hybriden.
Unser Testwagen ist eine Pro United-Version mit Extras wie einer Anhängerkupplung für 1060 Franken, einem Exterieur-Paket Plus inklusive Panoramadach (2570 Franken), einem Interieur-Paket Plus mit elektrisch verstellbaren, beheizten und massierenden Sitzen (2160 Franken) sowie einer Wärmepumpe (1060 Franken). Insgesamt kostet der Testwagen 72 401 Franken.
Ein Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren ist das Fehlen einer Kardanwelle, was mehr Beinfreiheit für alle Passagiere bedeutet. Die Sitze bieten durch die beheizten und belüfteten Funktionen einen Komfortvorteil gegenüber vielen chinesischen Konkurrenten.
Trotz hochwertiger Materialien und Verarbeitung im Innenraum ist der Kofferraum mit einer maximalen Zuladung von etwa 460 Kilogramm bei voller Besatzung zu klein. Ebenso fehlt Stauraum unter der Fronthaube (Frunk), ein Problem, das bis Ende 2025 alle MEB-basierten Modelle teilen.
Der Abrollkomfort ist ausreichend, wobei die Karosserie in Kurven neigt. Der tiefe Schwerpunkt durch die Batterie sorgt jedoch für Stabilität. Die Lenkung ist präzise, wirkt aber manchmal gefühllos. Für mehr Rückmeldung bietet sich das Topmodell GTX an.
Mit 210 kW Leistung und einem Gewicht von über 2,6 Tonnen zeigt der Antrieb bei voller Beladung seine Grenzen. Der ID.7 Tourer ist für längere Autobahnfahrten ideal, da er ein konstantes Tempo gut hält. Im Alltag verbraucht er 16,9 kWh/100 km, was im Vergleich zur Konkurrenz herausragend ist, jedoch bleibt die Reichweite bei etwa 540 Kilometern.
Der ID.7 Tourer ähnelt dem Passat Variant und soll Passat-Fahrer zum Umstieg bewegen. Der Preis liegt jedoch über dem der chinesischen Wettbewerber wie BYD oder Zeekr. Mit einer maximalen Anhängelast von 1200 Kilogramm steht er hinter dem BMW i5 Touring eDrive40 zurück.
Der ID.7 Tourer punktet durch niedrigen Verbrauch und hohe Reichweite sowie eine robuste Konstruktion, die Sicherheit bietet. Er ist ein solider Einstieg in die E-Mobilität, erfordert jedoch Anpassung an seine großzügigen Abmessungen.